Vertragsanreize sind ein wichtiges Instrument des Einkaufs zur Steuerung von Lieferanten. Da Anreize eine Motivationswirkung auslösen, beeinflussen sie unmittelbar das Lieferantenverhalten. Die Gestaltung des „richtigen“ Anreizes ist allerdings kompliziert und fehleranfällig. Neben zu hoher oder zu geringer Anreizintensität besteht insbesondere die Gefahr von Fehlanreizen. Daher ist der Anreizgestaltung erhöhte Aufmerksamkeit zu widmen und nicht zuletzt mittels digitaler Hilfsmittel kann sie optimiert werden. Diese kommen bei Beschaffungsentscheidungen heute schon zum Einsatz (z.B. Smart Contracts zur Erfüllung vertraglicher Vereinbarungen), der Vorgang der Anreizgestaltung wird jedoch meist vernachlässigt. Dieser Beitrag adressiert diese Lücke und befasst sich mit einer Entscheidungslogik zur optimalen Gestaltung von Vertragsanreizen, dem sog. Smart Contracting Design (SCD). Eine solche Entscheidungslogik/ -algorithmus kann als inhaltlicher Kern eines zukünftigen digitalen Hilfsmittels zur Anreizgestaltung verstanden werden. Der SCD-Algorithmus transformiert einen Input aus Angaben zum Beschaffungsvorhaben zu einem Output in Form eines optimalen Anreizdesigns für dieses Beschaffungsvorhaben. Dieser Beitrag untersucht mittels Aktionsforschung, welche Parameter in welcher Skalierung dafür erforderlich sind. Dazu werden Parameter mittels Forschertriangulation hergeleitet und statistisch ausgewertet. Ein mehrstufiger Validierungsprozess gleicht kritische Abweichungen an. Durch die Parametrisierung und Kalibrierung des SCD werden erste empirische Erkenntnisse für die algorithmische Anreizgestaltung abgeleitet.

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Parametrisierung und Kalibrierung des Smart Contracting Design

  • Kübra Ates,
  • Andreas H. Glas,
  • Michael Eßig

摘要

Vertragsanreize sind ein wichtiges Instrument des Einkaufs zur Steuerung von Lieferanten. Da Anreize eine Motivationswirkung auslösen, beeinflussen sie unmittelbar das Lieferantenverhalten. Die Gestaltung des „richtigen“ Anreizes ist allerdings kompliziert und fehleranfällig. Neben zu hoher oder zu geringer Anreizintensität besteht insbesondere die Gefahr von Fehlanreizen. Daher ist der Anreizgestaltung erhöhte Aufmerksamkeit zu widmen und nicht zuletzt mittels digitaler Hilfsmittel kann sie optimiert werden. Diese kommen bei Beschaffungsentscheidungen heute schon zum Einsatz (z.B. Smart Contracts zur Erfüllung vertraglicher Vereinbarungen), der Vorgang der Anreizgestaltung wird jedoch meist vernachlässigt. Dieser Beitrag adressiert diese Lücke und befasst sich mit einer Entscheidungslogik zur optimalen Gestaltung von Vertragsanreizen, dem sog. Smart Contracting Design (SCD). Eine solche Entscheidungslogik/ -algorithmus kann als inhaltlicher Kern eines zukünftigen digitalen Hilfsmittels zur Anreizgestaltung verstanden werden. Der SCD-Algorithmus transformiert einen Input aus Angaben zum Beschaffungsvorhaben zu einem Output in Form eines optimalen Anreizdesigns für dieses Beschaffungsvorhaben. Dieser Beitrag untersucht mittels Aktionsforschung, welche Parameter in welcher Skalierung dafür erforderlich sind. Dazu werden Parameter mittels Forschertriangulation hergeleitet und statistisch ausgewertet. Ein mehrstufiger Validierungsprozess gleicht kritische Abweichungen an. Durch die Parametrisierung und Kalibrierung des SCD werden erste empirische Erkenntnisse für die algorithmische Anreizgestaltung abgeleitet.