Ferdinand Tönnies und Karl Dunkmann: Der Gemeinschaftsbegriff in der „reinen Soziologie“ und als Apologie der Volksgemeinschaft
摘要
Der Theologe Karl Dunkmann entwickelt nach dem Ersten Weltkrieg eine Soziologie der Gemeinschaft. Er gründet ein privates Institut für „angewandte Soziologie“. Er sieht sich damit in der Nachfolge Ferdinand Tönnies’. Dunkmanns Soziologie ist aktivistisch und politisch, er sieht seine Verbündeten vor allem im Unternehmertum der alten Schwerindustrien. Über seine Soziologie korrespondiert Dunkmann über mehrere Jahre mit Tönnies, trotz intensiver wissenschaftlicher und politischer Differenzen. Nach einem Aufsatz der Tönnies-Schülerin Annemarie Hermberg wird der „wirtschaftsfriedliche“ Ansatz Dunkmanns auch in der Gewerkschaftsbewegung intensiv diskutiert. Das Essay untersucht Dunkmanns Soziologie als ein Beispiel für völkische Auslegungen des Gemeinschaftsbegriffs und für eine politische Radikalisierung solcher Ansätze in der Krisenphase am Ende der Weimarer Republik.