Diese Einleitung zu Max Webers Wirtschaftsgeschichte, zuerst von S. Hellmann und M. Palyi als Abriß der universalen Sozial- und Wirtschaftsgeschichte aus den nachgelassenen Vorlesungen herausgegeben, wurde für die Max Weber Gesamtausgabe verfasst, aber von deren Herausgebern nicht übernommen. Sie berichtet zuerst von den persönlich und politisch dramatischen Umständen, unter denen Max Weber die Vorlesungen im Wintersemester 1919/20 als Professor für Nationalökonomie in München hielt. Von einem Ökonomen war zu zeigen, dass Weber hier seine großen und bekannten Ideen zu den Kausalfaktoren der Wirtschaftsgeschichte nochmals neu entfaltete, dabei aber an Fragen der nationalökonomischen Theorie keineswegs völlig vorbeiging. Vielmehr lassen sich einige interessante Positionen rekonstruieren, namentlich präkeynesianische Elemente, das klassische Erbe und die historische Relativierung der österreichischen Schule. Seine frühe originelle Synthese, die so verschiedene Perspektiven wie diejenige von Ricardo und Marx, von Schmoller und Menger verbindet, hat er nirgends systematisch entwickelt, aber sie hinterließen ihre Spuren in der Wirtschaftsgeschichte als monumentaler Darstellung der sich über viele Jahrhunderte erstreckenden Genese des okzidentalen Kapitalismus. Es finden sich auch Lücken. Er kannte keine vernünftige Theorie der Abschreibung und schloss daraus auf eine Grenze der Rationalität des Systems, die sich so nicht begründen lässt. Die Positionen werden aus seinen frühen nationalökonomischen Vorlesungen und dem Briefwechsel rekonstruiert, die mit der Publikation der MWG zugänglich wurden.

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Geplante Einleitung zu Abriß der universalen Sozial- und Wirtschaftsgeschichte Mit- und Nachschriften 1919–1920 in der Max Weber Gesamtausgabe

  • Bertram Schefold

摘要

Diese Einleitung zu Max Webers Wirtschaftsgeschichte, zuerst von S. Hellmann und M. Palyi als Abriß der universalen Sozial- und Wirtschaftsgeschichte aus den nachgelassenen Vorlesungen herausgegeben, wurde für die Max Weber Gesamtausgabe verfasst, aber von deren Herausgebern nicht übernommen. Sie berichtet zuerst von den persönlich und politisch dramatischen Umständen, unter denen Max Weber die Vorlesungen im Wintersemester 1919/20 als Professor für Nationalökonomie in München hielt. Von einem Ökonomen war zu zeigen, dass Weber hier seine großen und bekannten Ideen zu den Kausalfaktoren der Wirtschaftsgeschichte nochmals neu entfaltete, dabei aber an Fragen der nationalökonomischen Theorie keineswegs völlig vorbeiging. Vielmehr lassen sich einige interessante Positionen rekonstruieren, namentlich präkeynesianische Elemente, das klassische Erbe und die historische Relativierung der österreichischen Schule. Seine frühe originelle Synthese, die so verschiedene Perspektiven wie diejenige von Ricardo und Marx, von Schmoller und Menger verbindet, hat er nirgends systematisch entwickelt, aber sie hinterließen ihre Spuren in der Wirtschaftsgeschichte als monumentaler Darstellung der sich über viele Jahrhunderte erstreckenden Genese des okzidentalen Kapitalismus. Es finden sich auch Lücken. Er kannte keine vernünftige Theorie der Abschreibung und schloss daraus auf eine Grenze der Rationalität des Systems, die sich so nicht begründen lässt. Die Positionen werden aus seinen frühen nationalökonomischen Vorlesungen und dem Briefwechsel rekonstruiert, die mit der Publikation der MWG zugänglich wurden.