In diesem Beitrag wird der Zusammenhang zwischen einem psychologisch und neurowissenschaftlich fundierten „Caring Economics“ Ansatz und Entrepreneurship exploriert. Es wird zunächst aufgezeigt, warum aus psychologischer und biologischer Sicht herkömmliche ökonomische Modelle, die oft auch unter „homo economicus“ zusammengefasst werden, unterkomplex sind. So gibt es aus der Sicht der Motivationspsychologie keine stabilen Präferenzen, die Kontext insensitiv und endogen gegeben sind. Anstelle dessen gibt es verschiedene, evolutionär relevante Motivsysteme, die je nach Kontext aktiviert werden können und dann bestimmte Wahrnehmungs- und Verhaltenstendenzen fördern. Das heißt auch, dass der Mensch weder nur egoistisch oder altruistisch ist, sondern je nach Kontext und aktiviertem Motiv verschiedenste Formen des Verhaltens aufzeigen kann. Weiterhin lassen sich prosoziale Motive bzw. Präferenzen trainieren und sind somit veränderbar und nicht zeitlich stabil. Die heutige Ökonomie fokussiert vor allem auf Motivsysteme, die belohnungs- und anreizfokussiert sind wie Leistungsmotivation, Macht und Konsum. Um jedoch mehr prosoziales und nachhaltiges Verhalten zu fördern, bedarf es Institutionen sowie neuer ökonomischer Modelle, die ein größeres Gewicht auf die Aktivierung von sozialen Motiven setzen wie z. B. dem affiliativen oder Fürsorgesystem. Social Enterprises und Entrepreneurship stellen gute Beispiele für ökonomische Formate dar, da diese eine bessere Balance zwischen den unterschiedlichen Bedürfnissen von Menschen erzielen und nicht nur die Gewinnmaximierung, sondern auch das Gemeinwohl und die soziale Kohäsion in den Vordergrund stellen.

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Caring Economics und Entrepreneurship

  • Tania Singer

摘要

In diesem Beitrag wird der Zusammenhang zwischen einem psychologisch und neurowissenschaftlich fundierten „Caring Economics“ Ansatz und Entrepreneurship exploriert. Es wird zunächst aufgezeigt, warum aus psychologischer und biologischer Sicht herkömmliche ökonomische Modelle, die oft auch unter „homo economicus“ zusammengefasst werden, unterkomplex sind. So gibt es aus der Sicht der Motivationspsychologie keine stabilen Präferenzen, die Kontext insensitiv und endogen gegeben sind. Anstelle dessen gibt es verschiedene, evolutionär relevante Motivsysteme, die je nach Kontext aktiviert werden können und dann bestimmte Wahrnehmungs- und Verhaltenstendenzen fördern. Das heißt auch, dass der Mensch weder nur egoistisch oder altruistisch ist, sondern je nach Kontext und aktiviertem Motiv verschiedenste Formen des Verhaltens aufzeigen kann. Weiterhin lassen sich prosoziale Motive bzw. Präferenzen trainieren und sind somit veränderbar und nicht zeitlich stabil. Die heutige Ökonomie fokussiert vor allem auf Motivsysteme, die belohnungs- und anreizfokussiert sind wie Leistungsmotivation, Macht und Konsum. Um jedoch mehr prosoziales und nachhaltiges Verhalten zu fördern, bedarf es Institutionen sowie neuer ökonomischer Modelle, die ein größeres Gewicht auf die Aktivierung von sozialen Motiven setzen wie z. B. dem affiliativen oder Fürsorgesystem. Social Enterprises und Entrepreneurship stellen gute Beispiele für ökonomische Formate dar, da diese eine bessere Balance zwischen den unterschiedlichen Bedürfnissen von Menschen erzielen und nicht nur die Gewinnmaximierung, sondern auch das Gemeinwohl und die soziale Kohäsion in den Vordergrund stellen.