Fail again. Fail better? Emotionale Selbstdisziplinierung in biografischen Krisen
摘要
Der Beitrag setzt sich mit dem seit geraumer Zeit zu beobachtenden Phänomen einer ?positiven Kultur des Scheiterns? auseinander und stellt die Frage, ob damit tatsächlich ein Imagewandel einhergeht. Zwar ist das neue zentrale Motiv ?Scheitern als Chance?, gleichwohl bleibt aber Scheitern als negative Erfahrung weiterhin gesellschaftlich stigmatisiert, weil ausschließlich dessen erfolgreiche und aktive Bewältigung zum Ziel des Handelns gemacht wird. Die zentrale These lautet, dass die Instabilität einer Krise des Scheiterns in eine stetige Bewährungsprobe transformiert wird, in der Schlüsselkompetenzen wie Resilienz und Flexibilität fortwährend unter Beweis zu stellen sind. Dies kann jedoch zu emotionaler Entfremdung führen und selbst wieder die Gefahr zu versagen bereithalten. Will man das gesellschaftliche Tabu um das Scheitern grundsätzlich infrage stellen, ist es wenig zielführend, die Wege zum Erfolg nur flexibler zu gestalten und so weiteren Bewältigungsdruck aufzubauen. Stattdessen braucht es entlastende Praktiken, die Emanzipation vom Bewältigungsdruck ermöglichen.