Die Covid-19-Pandemie und besonders die damit verbundenen Einschränkungen stellten eine einschneidende Krise sowohl für Individuen als auch Organisationen dar. Medien und Expert*innen gingen häufig davon aus, dass die pandemiebedingten Restriktionen zu einer Zunahme von häuslicher Gewalt führen könnten. Allerdings lässt sich anhand der bislang verfügbaren Zahlen und Forschungsbefunde kein eindeutiges Bild zeichnen. Im vorliegenden Beitrag werden Ergebnisse der Studie „Die Auswirkungen der Covid-19-Pandemie auf die Entwicklung der Kriminalität am Beispiel Baden-Württembergs“ vorgestellt, wobei der Fokus auf Gewalt gegen Partner*innen und Kinder liegt. Anhand von qualitativen Interviews mit Fachkräften aus den Bereichen Jugendamt, Polizei und nicht-staatlichen Einrichtungen für Betroffene von häuslicher und sexualisierter Gewalt werden Analysen zu Entwicklungen während der Pandemie dargelegt. Der Blick richtet sich dabei vor allem auf die aus der Coronapandemie resultierenden Herausforderungen für das Hilfesystem aus struktureller Sicht sowie auf die Veränderungen seitens der Betroffenen und der Zugangswege. Der Beitrag zeigt u. a. die besonderen Anforderungen an Hilfeeinrichtungen auf und welche Maßnahmen getroffen wurden, um diesen begegnen zu können.

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Herausforderungen für das Hilfesystem bei Fällen von häuslicher Gewalt während der Covid-19-Pandemie und was wir daraus lernen können: Ergebnisse einer qualitativen Studie

  • Gunda Wössner,
  • Natalie Gehringer,
  • Maja Kurz

摘要

Die Covid-19-Pandemie und besonders die damit verbundenen Einschränkungen stellten eine einschneidende Krise sowohl für Individuen als auch Organisationen dar. Medien und Expert*innen gingen häufig davon aus, dass die pandemiebedingten Restriktionen zu einer Zunahme von häuslicher Gewalt führen könnten. Allerdings lässt sich anhand der bislang verfügbaren Zahlen und Forschungsbefunde kein eindeutiges Bild zeichnen. Im vorliegenden Beitrag werden Ergebnisse der Studie „Die Auswirkungen der Covid-19-Pandemie auf die Entwicklung der Kriminalität am Beispiel Baden-Württembergs“ vorgestellt, wobei der Fokus auf Gewalt gegen Partner*innen und Kinder liegt. Anhand von qualitativen Interviews mit Fachkräften aus den Bereichen Jugendamt, Polizei und nicht-staatlichen Einrichtungen für Betroffene von häuslicher und sexualisierter Gewalt werden Analysen zu Entwicklungen während der Pandemie dargelegt. Der Blick richtet sich dabei vor allem auf die aus der Coronapandemie resultierenden Herausforderungen für das Hilfesystem aus struktureller Sicht sowie auf die Veränderungen seitens der Betroffenen und der Zugangswege. Der Beitrag zeigt u. a. die besonderen Anforderungen an Hilfeeinrichtungen auf und welche Maßnahmen getroffen wurden, um diesen begegnen zu können.