1989 wurde Ungarn zur Republik erklärt. Unter dem Druck von ‚zivilen‘ (völkischen) Organisationen mit der ‚Hl. Krone‘ in ihrem Namen, die sofort nach der Wende ihre durch den Realsozialismus unterbrochene Arbeit wieder aufnahmen, stimmte 1990 die erste demokratisch gewählte parlamentarische (völkisch-konservative) Mehrheit für ein Staatswappen mit der ‚Hl. Krone‘. Damit wurde das wichtigste neue nationale Symbol nicht nur mit der Bedeutung ‚Königreich ohne König‘ aus den 1930er Jahren aufgeladen, sondern erinnerte (und erinnert seitdem) sogar im revisionistischen Sinne auch an die Länder, die vor 1920 zur Hl. Krone gezählt hatten. Dies bedeutete nicht nur den Beginn einer Realitäts- und Rechtsverzerrung durch die Esoterik, sondern bestimmte auch den weiteren politischen Weg des Landes weg von der Vorstellung einer politischen Nation, hin zu einer ethnonationalen. Kurz nach der Wende wurde die ‚Hl. Krone‘ in esoterischen Publikationen mit dem ‚Hl. Gral‘ verglichen und ihr Ursprung in die vorchristlich-heidnische, schamanische Zeit zurückversetzt.

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Die gekrönte Republik. Die Wende 1989 und das erste Jahrzehnt der Transformation

  • Magdalena Marsovszky

摘要

1989 wurde Ungarn zur Republik erklärt. Unter dem Druck von ‚zivilen‘ (völkischen) Organisationen mit der ‚Hl. Krone‘ in ihrem Namen, die sofort nach der Wende ihre durch den Realsozialismus unterbrochene Arbeit wieder aufnahmen, stimmte 1990 die erste demokratisch gewählte parlamentarische (völkisch-konservative) Mehrheit für ein Staatswappen mit der ‚Hl. Krone‘. Damit wurde das wichtigste neue nationale Symbol nicht nur mit der Bedeutung ‚Königreich ohne König‘ aus den 1930er Jahren aufgeladen, sondern erinnerte (und erinnert seitdem) sogar im revisionistischen Sinne auch an die Länder, die vor 1920 zur Hl. Krone gezählt hatten. Dies bedeutete nicht nur den Beginn einer Realitäts- und Rechtsverzerrung durch die Esoterik, sondern bestimmte auch den weiteren politischen Weg des Landes weg von der Vorstellung einer politischen Nation, hin zu einer ethnonationalen. Kurz nach der Wende wurde die ‚Hl. Krone‘ in esoterischen Publikationen mit dem ‚Hl. Gral‘ verglichen und ihr Ursprung in die vorchristlich-heidnische, schamanische Zeit zurückversetzt.