Was brauchen sogenannte „Sekten-/Kultmitglieder“, wenn sie sich eines Tages dazu entschließen, die einstige und einzige kollektive Wahrheit, die Welt ihrer „Brüder und Schwestern im Geiste“ zu verlassen? Während und nach dem Ausstieg aus totalitären Wertegemeinschaften wird intensiv nach Erklärungen für das Geschehene gesucht. Aber erst dann, wenn Worte und Begrifflichkeiten für das im Kult Erlebte gemeinsam erarbeitet und verfügbar werden, kann mit der Be- und Verarbeitung der Kulterfahrung wirklich begonnen werden. Der Beitrag zeigt anhand praktischer Beispiele auf, wie eine fundierte und für sogenannte Sekten-/Kultaussteiger*innen hilfreiche Ausstiegsbegleitung aussehen kann. Dargestellt wird dies zum einen mithilfe eines „3-Stufen-Modells“ für Aussteiger*innen, die vor ihrem Kultbeitritt ein gelebtes Leben hatten, sowie eines „3-Stufen-Modells“, das sich für hineingeborene Kultmitglieder als nützlich und hilfreich erwiesen hat. Ziel einer Ausstiegsbegleitung sollte immer sein, dass es den Kultaussteiger*innen zunehmend gelingt, die Kulterfahrung in die eigene Biografie zu integrieren.

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Therapeutische Herausforderungen in der Begleitung ehemaliger Sekten-/Kultmitglieder

  • Dieter Rohmann

摘要

Was brauchen sogenannte „Sekten-/Kultmitglieder“, wenn sie sich eines Tages dazu entschließen, die einstige und einzige kollektive Wahrheit, die Welt ihrer „Brüder und Schwestern im Geiste“ zu verlassen? Während und nach dem Ausstieg aus totalitären Wertegemeinschaften wird intensiv nach Erklärungen für das Geschehene gesucht. Aber erst dann, wenn Worte und Begrifflichkeiten für das im Kult Erlebte gemeinsam erarbeitet und verfügbar werden, kann mit der Be- und Verarbeitung der Kulterfahrung wirklich begonnen werden. Der Beitrag zeigt anhand praktischer Beispiele auf, wie eine fundierte und für sogenannte Sekten-/Kultaussteiger*innen hilfreiche Ausstiegsbegleitung aussehen kann. Dargestellt wird dies zum einen mithilfe eines „3-Stufen-Modells“ für Aussteiger*innen, die vor ihrem Kultbeitritt ein gelebtes Leben hatten, sowie eines „3-Stufen-Modells“, das sich für hineingeborene Kultmitglieder als nützlich und hilfreich erwiesen hat. Ziel einer Ausstiegsbegleitung sollte immer sein, dass es den Kultaussteiger*innen zunehmend gelingt, die Kulterfahrung in die eigene Biografie zu integrieren.