Ziel des Aufsatzes ist, den Begriff „psychische Belastung“ (so im Titel des Buches) weiter gefasst zu verstehen als „nur“ als psychische Störung in einem pathologischen Sinne. In einem existenzphilosophischen Blick ist das Leben eine Zumutung mit Herausforderungen, die das Leben an uns stellt und das uns in eine existentielle Angst versetzen kann. In einem wertschätzenden familiären und gesellschaftlichen Umfeld lernen wir, mit diesen Herausforderungen und Ängsten angemessen umzugehen, sie als Bedingung unserer Freiheit konstruktiv und in Verantwortung für uns und andere zu nutzen. Wenn das aber nicht oder nicht ausreichend gegeben ist, suchen Menschen nach „Lösungen“, die destruktiv sind, eine davon ist die Radikalisierung und das Ausagieren von Wut und Hass nach außen auf andere Menschen. Anhand von Beispielen aus der Praxis der Distanzierungsarbeit mit rechtsextremen jugendlichen Gewaltstraftätern möchte der Beitrag für diesen existentialistischen Blick sensibilisieren. Über die Ängste, die wir auch kennen und denen wir uns ebenso stellen müssen, können wir eine professionelle und konstruktive Arbeitsbeziehung zu den Klienten aufbauen als Basis für eine professionelle und vertrauensfördernde Distanzierungsbegleitung.

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Leben als Zumutung – ein (existenz-)philosophischer Blick auf die Distanzierungsarbeit mit rechtsextremistischen Gewaltstraftätern (Jugendliche und junge Erwachsene)

  • Peter Anhalt

摘要

Ziel des Aufsatzes ist, den Begriff „psychische Belastung“ (so im Titel des Buches) weiter gefasst zu verstehen als „nur“ als psychische Störung in einem pathologischen Sinne. In einem existenzphilosophischen Blick ist das Leben eine Zumutung mit Herausforderungen, die das Leben an uns stellt und das uns in eine existentielle Angst versetzen kann. In einem wertschätzenden familiären und gesellschaftlichen Umfeld lernen wir, mit diesen Herausforderungen und Ängsten angemessen umzugehen, sie als Bedingung unserer Freiheit konstruktiv und in Verantwortung für uns und andere zu nutzen. Wenn das aber nicht oder nicht ausreichend gegeben ist, suchen Menschen nach „Lösungen“, die destruktiv sind, eine davon ist die Radikalisierung und das Ausagieren von Wut und Hass nach außen auf andere Menschen. Anhand von Beispielen aus der Praxis der Distanzierungsarbeit mit rechtsextremen jugendlichen Gewaltstraftätern möchte der Beitrag für diesen existentialistischen Blick sensibilisieren. Über die Ängste, die wir auch kennen und denen wir uns ebenso stellen müssen, können wir eine professionelle und konstruktive Arbeitsbeziehung zu den Klienten aufbauen als Basis für eine professionelle und vertrauensfördernde Distanzierungsbegleitung.