Im Zentrum dieses Kapitels steht die Zusammenführung der zuvor untersuchten Konzeption der sozialen Gemeinschaft „als selbstständige, reale, seelisch-geistige Einheit höherer Art“ (Walther 1922:144) im Sinne einer institutionalisierten Gemeinschaft und der mit einem Ichzentrum, Selbst und Grundwesen ausgestatteten Person als Mitglied der sozialen Gemeinschaft zur Bestimmung ihres Verhältnisses zueinander. Hierzu soll zunächst das sozialontologische Verhältnis zwischen der sozialen Gemeinschaft und der Person als Mitglied untersucht werden, um herauszustellen, welche Bedeutung die Eigenschaften des einzelnen Mitglieds für die Eigenschaften und das Bestehen der sozialen Gemeinschaft haben. Mit dieser Untersuchung wird herausgearbeitet, ob die soziale Gemeinschaft die Summe ihrer Mitglieder ist oder ob sie mehr ist als das. Aus den daraus hervorgehenden Ergebnissen kann in einem zweiten Schritt Walthers Verständnis rekonstruiert werden, ob das einzelne Mitglied willensfrei innerhalb einer institutionalisierten Gemeinschaft entscheiden und agieren kann oder ob das Mitglied durch die soziale Gemeinschaft determiniert ist.

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Das Verhältnis zwischen Wir und Ich

  • Julia Mühl-Sawatzki

摘要

Im Zentrum dieses Kapitels steht die Zusammenführung der zuvor untersuchten Konzeption der sozialen Gemeinschaft „als selbstständige, reale, seelisch-geistige Einheit höherer Art“ (Walther 1922:144) im Sinne einer institutionalisierten Gemeinschaft und der mit einem Ichzentrum, Selbst und Grundwesen ausgestatteten Person als Mitglied der sozialen Gemeinschaft zur Bestimmung ihres Verhältnisses zueinander. Hierzu soll zunächst das sozialontologische Verhältnis zwischen der sozialen Gemeinschaft und der Person als Mitglied untersucht werden, um herauszustellen, welche Bedeutung die Eigenschaften des einzelnen Mitglieds für die Eigenschaften und das Bestehen der sozialen Gemeinschaft haben. Mit dieser Untersuchung wird herausgearbeitet, ob die soziale Gemeinschaft die Summe ihrer Mitglieder ist oder ob sie mehr ist als das. Aus den daraus hervorgehenden Ergebnissen kann in einem zweiten Schritt Walthers Verständnis rekonstruiert werden, ob das einzelne Mitglied willensfrei innerhalb einer institutionalisierten Gemeinschaft entscheiden und agieren kann oder ob das Mitglied durch die soziale Gemeinschaft determiniert ist.