Der kokonstruktiven Kooperation als intensivste Kooperationsform werden positive Effekte für eine inklusive Schul- und Unterrichtsentwicklung zugesprochen. Studien zur Kooperation belegen allerdings immer wieder, dass sich die Zusammenarbeit von Lehrkräften häufig auf die weniger anspruchsvollen Formen des Austausches und der Arbeitsteilung beschränkt. Bisher liegen nur wenige Befunde dazu vor, welche individuellen und schulischen Merkmale die kokonstruktive Kooperation von Regelschul- und sonderpädagogischen Lehrkräften in Schulen der Sekundarstufe I unterstützen. Die vorliegende Studie geht dieser Frage nach und prüft simultan die Zusammenhänge zwischen der kokonstruktiven Kooperation von Regelschul- und sonderpädagogischen Lehrkräften und einer Vielzahl an Merkmalen, die für die Kooperation als relevant erachtet werden. Die Ergebnisse der Mehrebenenregressionsanalysen auf Grundlage einer groß angelegten deutschlandweiten querschnittlichen Befragung von Regelschul- und sonderpädagogischen Lehrkräften sowie Schulleitungen aus 234 Schulen der Sekundarstufe I zeigen, dass das Gefühl, auf das gemeinsame Unterrichten vorbereitet zu sein, die Selbstwirksamkeit sowie die Arbeitsatmosphäre positiv mit der kokonstruktiven Kooperation korrelieren. Zudem nehmen Regelschullehrkräfte die Kokonstruktion positiver wahr als sonderpädagogische Lehrkräfte. Auf Schulebene ergeben sich positive Zusammenhänge mit der Schulkultur und einem strukturell unterstützenden Schulleitungshandeln. Ansatzpunkte zur Unterstützung von kokonstruktiver Kooperation werden diskutiert.

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Welche individuellen und schulischen Merkmale unterstützen die kokonstruktive Kooperation von Regelschul- und sonderpädagogischen Lehrkräften in inklusiven Schulen der Sekundarstufe I?

  • Jacquelin Kluge,
  • Alina Quante,
  • Janine Schledjewski,
  • Susanne Schnepel,
  • Michael Grosche

摘要

Der kokonstruktiven Kooperation als intensivste Kooperationsform werden positive Effekte für eine inklusive Schul- und Unterrichtsentwicklung zugesprochen. Studien zur Kooperation belegen allerdings immer wieder, dass sich die Zusammenarbeit von Lehrkräften häufig auf die weniger anspruchsvollen Formen des Austausches und der Arbeitsteilung beschränkt. Bisher liegen nur wenige Befunde dazu vor, welche individuellen und schulischen Merkmale die kokonstruktive Kooperation von Regelschul- und sonderpädagogischen Lehrkräften in Schulen der Sekundarstufe I unterstützen. Die vorliegende Studie geht dieser Frage nach und prüft simultan die Zusammenhänge zwischen der kokonstruktiven Kooperation von Regelschul- und sonderpädagogischen Lehrkräften und einer Vielzahl an Merkmalen, die für die Kooperation als relevant erachtet werden. Die Ergebnisse der Mehrebenenregressionsanalysen auf Grundlage einer groß angelegten deutschlandweiten querschnittlichen Befragung von Regelschul- und sonderpädagogischen Lehrkräften sowie Schulleitungen aus 234 Schulen der Sekundarstufe I zeigen, dass das Gefühl, auf das gemeinsame Unterrichten vorbereitet zu sein, die Selbstwirksamkeit sowie die Arbeitsatmosphäre positiv mit der kokonstruktiven Kooperation korrelieren. Zudem nehmen Regelschullehrkräfte die Kokonstruktion positiver wahr als sonderpädagogische Lehrkräfte. Auf Schulebene ergeben sich positive Zusammenhänge mit der Schulkultur und einem strukturell unterstützenden Schulleitungshandeln. Ansatzpunkte zur Unterstützung von kokonstruktiver Kooperation werden diskutiert.