Erleben Schüler*innen mit sonderpädagogischen Förderbedarfen in einem stärker differenzierten Unterricht eine verbesserte soziale Partizipation?
摘要
In inklusiven Schulen berichten Schüler*innen mit sonderpädagogischen Förderbedarfen (SPF), dass sie weniger sozial partizipieren als ihre Mitschüler*innen ohne Förderbedarfe. Erste empirische Befunde deuten darauf hin, dass differenzierter Unterricht das Potenzial hat, solche Ausgrenzungen abzuschwächen. Dieser Zusammenhang kann theoretisch u. a. über soziale Vergleichs- und Referenzierungsprozesse erklärt werden. Mit Daten der INSIDE-Studie (N = 4.166 Sechstklässler*innen mit und ohne SPF) wurde daher der Zusammenhang zwischen dem Erleben von differenziertem Unterricht und der selbstwahrgenommenen sozialen Partizipation untersucht. Sowohl im Mathematik- als auch im Deutschunterricht findet sich grundsätzlich ein signifikanter positiver Zusammenhang. Zudem zeigen sich für beide Fächer positive Interaktionseffekte zwischen SPF und wahrgenommener Differenzierung. Daraus kann geschlussfolgert werden, dass Schüler*innen eine stärkere Partizipation wahrnehmen, je stärker die Lehrkräfte ihren Unterricht differenzieren, und dass differenzierter Unterricht die geringere soziale Partizipation von Schüler*innen mit SPF in inklusiven Schulklassen etwas abpuffern kann.