Deutschland hat lange an der Wehrpflicht festgehalten und gehörte zu den letzten Ländern in Europa, die diese mit dem Ende des Kalten Krieges und dem Ausrufen der Friedensdividende ausgesetzt und sich für eine Freiwilligenarmee entschieden haben. Inzwischen haben sich die Konstellationen, die zu diesem Wandel führten, angesichts des russischen Angriffs auf die Ukraine erneut verändert – nicht nur graduell, sondern radikal. Das gilt nicht nur für Deutschland, sondern europaweit. Mit der Refokussierung auf die Landes- und Bündnisverteidigung gehen wieder größere Streitkräfteumfänge wie auch die Notwendigkeit eines umfassenden Pools von Reservekräften einher. Zugleich sind Freiwilligenstreitkräfte im Hinblick auf die Personalgewinnung gefordert. Das betrifft die generelle Konkurrenz auf dem Arbeitsmarkt; aber auch die aktuelle sicherheitspolitische Situation stellt für die Rekrutierung eine Herausforderung dar. Während für die einen die Landes- und Bündnisverteidigung explizite Motivation sein mag, sich bei der Bundeswehr zu bewerben, werden sich andere aber auch davon abschrecken lassen. Auf Letzteres deuten die steigenden Kriegsdienstverweigerungen hin (vgl. Werkner 2023, S. 94 ff.).

错误:搜索内容不能为空,请输入英文关键词
错误:关键词超出字数限制,请精简
高级检索

Einführung

  • Ines-Jacqueline Werkner

摘要

Deutschland hat lange an der Wehrpflicht festgehalten und gehörte zu den letzten Ländern in Europa, die diese mit dem Ende des Kalten Krieges und dem Ausrufen der Friedensdividende ausgesetzt und sich für eine Freiwilligenarmee entschieden haben. Inzwischen haben sich die Konstellationen, die zu diesem Wandel führten, angesichts des russischen Angriffs auf die Ukraine erneut verändert – nicht nur graduell, sondern radikal. Das gilt nicht nur für Deutschland, sondern europaweit. Mit der Refokussierung auf die Landes- und Bündnisverteidigung gehen wieder größere Streitkräfteumfänge wie auch die Notwendigkeit eines umfassenden Pools von Reservekräften einher. Zugleich sind Freiwilligenstreitkräfte im Hinblick auf die Personalgewinnung gefordert. Das betrifft die generelle Konkurrenz auf dem Arbeitsmarkt; aber auch die aktuelle sicherheitspolitische Situation stellt für die Rekrutierung eine Herausforderung dar. Während für die einen die Landes- und Bündnisverteidigung explizite Motivation sein mag, sich bei der Bundeswehr zu bewerben, werden sich andere aber auch davon abschrecken lassen. Auf Letzteres deuten die steigenden Kriegsdienstverweigerungen hin (vgl. Werkner 2023, S. 94 ff.).