Seit vielen Jahren wird die Frage der Doktoratsausbildung an Fachhochschulen in Österreich diskutiert, als eine Möglichkeit, neben dem Bachelor- und Masterstudium diese dritte Stufe der tertiären Hochschulbildung zur Verfügung zu stellen. Die jüngste Reform des Hochschulrechts hat erneut Bewegung in die Debatte gebracht. Zusätzlich werden seit geraumer Zeit inter-institutionelle Kooperationsprogramme der Doktoratsausbildung zwischen Universitäten und Fachhochschulen gefördert. Auf der Grundlage einer kürzlich umgesetzten Untersuchung des strukturierten Doktorats an allen öffentlichen Universitäten Österreichs analysiert dieser Beitrag Potenziale und Herausforderungen eines Promotionsrechts an Fachhochschulen Österreichs. Die empirische Untersuchung umfasst neben Ergebnissen aus einem Mixed Methods-Ansatz qualitativer und quantitativer Datenauswertungen einen internationalen Vergleich ausgewählter Länderbeispiele. Der Beitrag reflektiert unter anderem die hochschulpolitische Debatte in Österreich im europäischen Kontext. Aufgrund ihres Anwendungsbezugs und der Nähe zu Unternehmen der (Sozial-)Wirtschaft bieten Fachhochschulen eine Ausbildung, die praxisbezogene Kompetenzen vermittelt, die ihrerseits am Arbeitsmarkt stark nachgefragt werden. Umgekehrt haben sich auch die Universitäten in den vergangenen Jahrzehnten in Richtung einer verstärkten „employability“ entwickelt. Nach drei Jahrzehnten verfügt der Fachhochschulsektor jedenfalls über Ressourcen wie qualifiziertes Personal, fundierte Forschungskompetenz und institutionelle Erfahrungen. Solch eine Diskussion kann auch dazu beitragen, die Doktoratsausbildung in Österreich zu stärken und der Abwanderung von Nachwuchswissenschaftler:innen entgegen zu wirken.

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Promotionsrecht an Fachhochschulen: Folgerungen aus aktueller Forschung zum strukturierten Doktorat in Österreich

  • Barbara Hönig,
  • Corinna Geppert,
  • Attila Pausits

摘要

Seit vielen Jahren wird die Frage der Doktoratsausbildung an Fachhochschulen in Österreich diskutiert, als eine Möglichkeit, neben dem Bachelor- und Masterstudium diese dritte Stufe der tertiären Hochschulbildung zur Verfügung zu stellen. Die jüngste Reform des Hochschulrechts hat erneut Bewegung in die Debatte gebracht. Zusätzlich werden seit geraumer Zeit inter-institutionelle Kooperationsprogramme der Doktoratsausbildung zwischen Universitäten und Fachhochschulen gefördert. Auf der Grundlage einer kürzlich umgesetzten Untersuchung des strukturierten Doktorats an allen öffentlichen Universitäten Österreichs analysiert dieser Beitrag Potenziale und Herausforderungen eines Promotionsrechts an Fachhochschulen Österreichs. Die empirische Untersuchung umfasst neben Ergebnissen aus einem Mixed Methods-Ansatz qualitativer und quantitativer Datenauswertungen einen internationalen Vergleich ausgewählter Länderbeispiele. Der Beitrag reflektiert unter anderem die hochschulpolitische Debatte in Österreich im europäischen Kontext. Aufgrund ihres Anwendungsbezugs und der Nähe zu Unternehmen der (Sozial-)Wirtschaft bieten Fachhochschulen eine Ausbildung, die praxisbezogene Kompetenzen vermittelt, die ihrerseits am Arbeitsmarkt stark nachgefragt werden. Umgekehrt haben sich auch die Universitäten in den vergangenen Jahrzehnten in Richtung einer verstärkten „employability“ entwickelt. Nach drei Jahrzehnten verfügt der Fachhochschulsektor jedenfalls über Ressourcen wie qualifiziertes Personal, fundierte Forschungskompetenz und institutionelle Erfahrungen. Solch eine Diskussion kann auch dazu beitragen, die Doktoratsausbildung in Österreich zu stärken und der Abwanderung von Nachwuchswissenschaftler:innen entgegen zu wirken.