In diesem Kapitel wird dargelegt, wie sich dem Forschungsgegenstand mittels des theoretischen Zugangs der sozialkonstruktivistischen Wissenssoziologie genähert werden kann. Aus dieser theoretischen Perspektive konstruieren Menschen die Gesellschaft, in der sie leben in einem fortwährenden Prozess, der auf das interaktive Re-Produzieren von Wissensbeständen zurückzuführen ist. Auf diesem Weg wird eine gesellschaftliche Wirklichkeit konstruiert, die allen Menschen als Alltagswelt fraglos gegeben erscheint. Paarbeziehungen erweisen sich für diesen Prozess als besonders relevant und lassen sich als wesentliche soziale Instanzen für Sinn-Konstruktion und die Rückversicherung der Identität verstehen. Paare konstruieren eine gemeinsame Paar-Wirklichkeit aufgrund der intensiven wechselseitigen Bezugnahme des Denkens und Handelns der Partner*innen aufeinander. Das Zusammenziehen lässt sich theoretisch als einschneidendes Ereignis verstehen, dass die gemeinsame Konstruktionsarbeit besonders notwendig macht. Die Konstruktion kann allerdings nur unter Berücksichtigung von Materialität ganzheitlich verstanden werden, denn Dinge wirken als materielle Objektivationen. Die Perspektive wird um das Konzept des habituellen Wissens erweitert, um Materialität in ihrer Komplexität theoretisch integrieren zu können.

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Theoretischer Zugang: Sozialkonstruktivistische Wissenssoziologie

  • Viola Logemann

摘要

In diesem Kapitel wird dargelegt, wie sich dem Forschungsgegenstand mittels des theoretischen Zugangs der sozialkonstruktivistischen Wissenssoziologie genähert werden kann. Aus dieser theoretischen Perspektive konstruieren Menschen die Gesellschaft, in der sie leben in einem fortwährenden Prozess, der auf das interaktive Re-Produzieren von Wissensbeständen zurückzuführen ist. Auf diesem Weg wird eine gesellschaftliche Wirklichkeit konstruiert, die allen Menschen als Alltagswelt fraglos gegeben erscheint. Paarbeziehungen erweisen sich für diesen Prozess als besonders relevant und lassen sich als wesentliche soziale Instanzen für Sinn-Konstruktion und die Rückversicherung der Identität verstehen. Paare konstruieren eine gemeinsame Paar-Wirklichkeit aufgrund der intensiven wechselseitigen Bezugnahme des Denkens und Handelns der Partner*innen aufeinander. Das Zusammenziehen lässt sich theoretisch als einschneidendes Ereignis verstehen, dass die gemeinsame Konstruktionsarbeit besonders notwendig macht. Die Konstruktion kann allerdings nur unter Berücksichtigung von Materialität ganzheitlich verstanden werden, denn Dinge wirken als materielle Objektivationen. Die Perspektive wird um das Konzept des habituellen Wissens erweitert, um Materialität in ihrer Komplexität theoretisch integrieren zu können.