Das Haus des ex-zentrischen Wesens Mensch. Josef Franks Villa Beer und Helmuth Plessners philosophische Anthropologie im Gespräch
摘要
Der Ausgangspunkt des Beitrags ist die Feststellung einer fundamentalen Erschütterung jeglicher Sicherheiten nach dem Ersten Weltkrieg. Diese betreffen dabei nicht nur die Wirtschaft, die Religion oder die Wissenschaft sondern auch und gerade das eigene Selbstverständnis des Menschen. Die Frage nach dem Menschen rückt wieder in den Mittelpunkt des Interesses. In der Architektur führt das zu der Suche nach dem „neuen Mensch“, der auch mittels einer neuen Architektur allererst hervorgebracht werden soll. In der Philosophie wiederum setzt Ende der 1920er Jahre die Strömung der Philosophischen Anthropologie ein, die besagte Frage nach dem Menschen auf neue, wissenschaftlich fundierte und synthetische Art und Weise neu beantworten wollte. Hauptvertreter dieser Strömung sind zunächst Max Scheler und Helmuth Plessner, etwas später dann auch Arnold Gehlen. In einer parallelen Bewegung untersucht der Artikel die zur selben Zeit entstehende Theorie von Helmuth Plessner und die Villa Beer. Es zeigt sich, dass die Theorie Plessners ein geeignetes Denkmodell ist, um die Menschlichkeit der Villa Beer besser zu verstehen. Umgekehrt wiederum erweist sich die Villa Beer als anschauliches Beispiel, um die Theorie Plessners zu verstehen.