Menschliche Architektur?
摘要
Die in den Jahren 1929–30 errichtete Villa Beer in Wien darf als „das wohl bedeutendste Beispiel Wiener Wohnkultur der Zwischenkriegszeit“ (Achleitner 1995, 65) gelten. Josef Frank wiederum, der den Bau gemeinsam mit Oskar Wlach errichtete, war nicht nur ein hervorragender Architekt und Gestalter, sondern auch ein gewitzter und hochgebildeter Theoretiker. Er wird zu den „bedeutendsten österreichischen Architekten des 20. Jahrhunderts [gezählt]: Nicht nur aufgrund seiner Bauten, Projekte und urbanen Planungen, sondern auch wegen seiner Entwürfe für Möbel, Gebrauchsgegenstände und Textilien – und schließlich wegen seiner theoretischen Erfassung der Gestaltungsfragen überhaupt.“ (Czech und Hackenschmidt 2016, 14). Seine Architektur und sein gesamtes Werk wird dabei des Öfteren als besonders „menschlich“ empfunden und so bezeichnet und zwar sowohl in der Entstehungszeit als auch heute. Unklar bliebt dabei aber, was genau mit diesem normativ zu verstehenden Urteil gemeint ist. Genau hier setzt das vorliegende Buch ein. Es stellt die Frage nach dem Menschenbild der Villa Beer in den Mittelpunkt und beleuchtet diese Frage durch Beiträge aus unterschiedlicher wissenschaftlicher Perspektive.