Opferschutz im Strafverfahren am Beispiel sexualisierter Gewalt gegen Frauen
摘要
Opferrechtsreformen führten seit den 1980er-Jahren zu einer Besserstellung des Opfers im Strafverfahren. Nach wie vor liegen jedoch nur wenige empirische Befunde zu den Opferschutzmaßnahmen und den Bedürfnissen und Belastungen von Opfern im Strafverfahren vor. Im Rahmen eines umfassenden Forschungsprojektes wurde unter anderem diesen Forschungsdesideraten begegnet. Das von der Kriminalistisch-Kriminologischen Forschungsstelle des Landeskriminalamtes Nordrhein-Westfalen durchgeführte Projekt befasste sich mit sexualisierter Gewalt gegenüber Frauen durch Männer, die sich zum Tatzeitpunkt nicht oder lediglich flüchtig kannten. Auf Grundlage einer quantitativen Analyse staatsanwaltschaftlicher Ermittlungsakten, Interviews und Gruppendiskussionen mit Expertinnen und Experten aus der Polizei, der Justiz, der Sozialen Arbeit und der Wissenschaft sowie Interviews mit Opfern wurden unter anderem Erkenntnisse zum Opferschutz und den Bedürfnissen und Belastungen von Opfern im Ermittlungs- und Strafverfahren generiert. Diese Befunde werden in dem vorliegenden Beitrag dargelegt und daraus Implikationen insbesondere für die polizeiliche Praxis abgeleitet.