Der vorliegende Beitrag fokussiert auf das Erleben von Partnerschaftsgewalt gegen Männer und insbesondere auf die Analyse der schwer von Partnerschaftsgewalt betroffenen Männer. Im Rahmen des am Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen e. V. (KFN) durchgeführten Projektes „Gewalt gegen Männer in Partnerschaften“ wurden 1209 Männer zu ihren Erfahrungen mit Partnerschaftsgewalt und ihrem Umgang damit befragt. Es zeigte sich, dass 54 % der befragten Männer schon mindestens einmal in ihrem Leben von Partnerschaftsgewalt sehr unterschiedlichen Schweregrads betroffen waren. Inwiefern diese Männer von mehreren Gewaltformen regelmäßig oder schwer betroffen waren, lässt sich anhand der globalen Lebenszeitprävalenz zunächst nicht erkennen. Schwerbelastung kann auf unterschiedliche Weise definiert werden, z.B. durch eine Vielzahl verschiedener Gewalthandlungen und/oder schwerwiegenden Folgen und/oder das Aufsuchen der Polizei oder einer Beratungsstelle aufgrund der Gewalterfahrungen. Auf der Basis dieser verschiedenen Herangehensweisen definierten wir die schwerbelasteten Gruppen der mehrförmig Schwerbelasteten, der komplex Schwerbelasteten, der Verletzten und der Hilfesuchenden und untersuchten diese Gruppen innerhalb unserer Stichprobe näher. Es wurde deutlich, dass die reinen mehrförmigen oder komplexen Gewalterfahrungen die individuellen Folgen und das Aufsuchen von Hilfestrukturen nicht hinreichend erklären können. Gerade für eine Verbesserung des Hilfesystems und ein vertieftes Verständnis für die männliche Verarbeitung von Gewalterfahrungen in Partnerschaften sind weitere Untersuchungen notwendig.

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Partnerschaftsgewalt gegen Männer in Deutschland – Prävalenzen und Befunde zu besonders gewaltbetroffenen Männern

  • Laura-Romina Goede,
  • Jonas Schemmel

摘要

Der vorliegende Beitrag fokussiert auf das Erleben von Partnerschaftsgewalt gegen Männer und insbesondere auf die Analyse der schwer von Partnerschaftsgewalt betroffenen Männer. Im Rahmen des am Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen e. V. (KFN) durchgeführten Projektes „Gewalt gegen Männer in Partnerschaften“ wurden 1209 Männer zu ihren Erfahrungen mit Partnerschaftsgewalt und ihrem Umgang damit befragt. Es zeigte sich, dass 54 % der befragten Männer schon mindestens einmal in ihrem Leben von Partnerschaftsgewalt sehr unterschiedlichen Schweregrads betroffen waren. Inwiefern diese Männer von mehreren Gewaltformen regelmäßig oder schwer betroffen waren, lässt sich anhand der globalen Lebenszeitprävalenz zunächst nicht erkennen. Schwerbelastung kann auf unterschiedliche Weise definiert werden, z.B. durch eine Vielzahl verschiedener Gewalthandlungen und/oder schwerwiegenden Folgen und/oder das Aufsuchen der Polizei oder einer Beratungsstelle aufgrund der Gewalterfahrungen. Auf der Basis dieser verschiedenen Herangehensweisen definierten wir die schwerbelasteten Gruppen der mehrförmig Schwerbelasteten, der komplex Schwerbelasteten, der Verletzten und der Hilfesuchenden und untersuchten diese Gruppen innerhalb unserer Stichprobe näher. Es wurde deutlich, dass die reinen mehrförmigen oder komplexen Gewalterfahrungen die individuellen Folgen und das Aufsuchen von Hilfestrukturen nicht hinreichend erklären können. Gerade für eine Verbesserung des Hilfesystems und ein vertieftes Verständnis für die männliche Verarbeitung von Gewalterfahrungen in Partnerschaften sind weitere Untersuchungen notwendig.