Zur (Weiter-)Entwicklung eines integrativen und verstehenden Forschungsprogramms für die Analyse von Konstruktionsprozessen sozialer Probleme
摘要
Seit dem Vorwurf des „ontological gerrymandering“ durch (Woolgar und Pawluch, 1985a) wurden verschiedenste Vorschläge unterbreitet, um die sozialkonstruktivistische Soziologie sozialer Probleme aus ihrer epistemischen Krise zu holen. Keiner der Vorschläge hat sich bisher durchsetzen können. Das „doing social problems“-Forschungsprogramm (Groenemeyer, Albrecht und Groenemeyer, 2012; Groenemeyer, 2014;)) schlägt ein Mehrebenenmodell zur Untersuchung von Problematisierungsprozessen als Konstruktionsprozessen vor. Das „doing“ sozialer Probleme wird hier jedoch insbesondere auf die institutionelle Problemarbeit, wie zum Beispiel der Sozialen Arbeit bezogen. In diesem Aufsatz werden Vorschläge erarbeitet, wie auch die Forschung als Problemarbeit gewertet werden muss, wie dies analytisch genutzt werden kann und wie dies eine Lösung für den Vorwurf des „ontologischen Wahlbetrugs“ sein kann. Die Vorschläge zur Erweiterung von Groenemeyers Forschungsprogramm bedienen sich der Ideen der sozialkonstruktivistischen Wissenssoziologie, der Situationsanalyse und der Interpretativen Subjektivierungsanalyse. Empirisch werden Beispiele aus der eigenen Forschung zu Radikalisierung herangezogen.