Zur Identitätskonstruktion: Ein Wechselspiel zwischen Erinnerung und Gedächtnis bei der Selbstbefragung. Methodische Anmerkungen zu Selbstthematisierungsprozessen
摘要
Das Selbstbild basiert auf den Erinnerungen der Person und stützt sich auf im Gedächtnis gespeicherte relevante Inhalte. Was immer vom einzelnen als identitätsbildend eingestuft und erinnert wird liefert ein selektives und fragmentiertes Bild, da die Selbstverortung u. a. wechselnden exogenen und endogenen Einflüssen unterliegt. Erinnerungen können bei jedem Abruf neue zusammengestellt werden. Dabei kann es zu Verwechslungen oder fehlerhaften Zuweisungen kommen. Verschwiegene oder vergessene Inhalte sowie Ergänzungen und Hinzufügungen tragen ebenfalls zum Selbstbild bei, denn das Gedächtnis weist angeblich egoistische Züge bei der Selbsterinnerung auf. Methodisch ergeben sich hier zahlreiche offene Fragen, die ansatzweise aufgegriffen und strukturiert werden sollen. Das Selbstbild hat schließlich nur das Selbst als Prüfinstanz und kann in Relation zu den jeweiligen situativen und kontextuellen Einflüssen kontingent ausfallen.