Zwischen Nicht-Orten und Resonanzräumen – über das Fotografieren und die Transformationen urbaner Räume
摘要
Dieser Aufsatz beleuchtet, wie mithilfe einer Kombination aus Fotografie und theoretischer Reflexion in urbanen Räumen lokale Interessen oder Konflikte und soziales Handeln sichtbar gemacht werden können. Ausgehend von der Überlegung, dass spätmoderne Subjekte sich im Spannungsfeld zwischen Nicht-Orten (Marc Augé) und Resonanzräumen (Hartmut Rosa) zu verorten haben, bewegt sich diese „photosophische“ Arbeit zwischen individuellen Betrachtungen und kollektiven Aktionen. Stadtwanderungen dienen dabei als Ausgangspunkt für die Analyse sozialer Transformationen. Fotografische Serien wie UNSER. PLATZ. oder THE ART OF DEMOLITION thematisieren urbane Veränderungsprozesse und kritisieren die Versprechen und die Ästhetik kapitalistischer Baukultur (vgl. dazu den Beitrag von Ralf Kunze in diesem Band). Der Autor nutzt Werbebilder auf Bauzäunen, die durch spezifische Blickpunkte, Ausschnitte oder Überblendungen neue Bedeutungsebenen schaffen und Diskurse über soziale Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit anstoßen. Im Jemandsland-Projekt, das er gemeinsam mit Sevrina Giard realisierte, steht die Suche nach unerwarteten Geschichten im Mittelpunkt. Die Methode nutzt assoziative Geschichten, um Städte aus einer frischen, offenen Perspektive zu betrachten.