Schulische Figurationen
摘要
In den folgenden zwei Kapiteln nehme ich eine figurative Analyse von Übersetzungsprozessen sexueller Bildung in Addis Abeba vor. Bei den alltäglichen schulischen Übersetzungsprozessen wird deutlich, dass Akteur:innen kontroverse Normen trotz fehlender politischer Vorgaben übersetzen und sexuelle Bildung Eingang in den schlischen Alltag findet. Die Selbst- und Fremdwahrnehmung von Schüler:innen, Lehrer:innen und NGO-Mitarbeiter:innen bestimmt dabei maßgeblich, wie sexuelle Bildung übersetzt wird. Es wird auch deutlich, dass diese Beziehungsgeflechte zwischen schulischen Akteur:innen ihrerseits fluktuieren und Machtbalancen sich verschieben. Auf Basis meines empirischen Datenmaterials gehe ich zunächst auf Interaktionen und Übersetzungsprozesse sexueller Bildung im Regelunterricht der Fächer Biologie und Civics ein. Anschließend stelle ich dar, wie sexuelle Bildung in sogenannten extracurricularen Angeboten übersetzt wird und unterscheide dabei zwischen sogenannten Peer-to-Peer Formaten, Lernräumen unter Schüler:innen, und Lehrer:innen sowie externen Trainer:innen geführten Formaten. Bei der Analyse dieser Figurationen gehe ich auf die Interessen und Ziele der Schüler:innen, Lehrer:innen und Trainer:innen sowie deren gegenseitige und eigene Wahrnehmung ein. Ich frage außerdem, wie sich Friktionen in diesen Figurationen manifestieren und wie mit ihnen umgegangen wird.