Im Diskurs über „Artificial Intelligence“ stehen sich oft zwei Perspektiven gegenüber: Narrative über „Artificial Intelligence“ – im Sinne von Erzählungen, wie AI wahrgenommen, in der fiktionalen Literatur beschrieben oder auch bewusst für nicht technische Fragen instrumentalisiert wird – und eine tiefere sachliche Analyse der jeweiligen Fälle. Dabei findet sich eine große Spannbreite von Presseberichten über eine (vermeintliche) Diskriminierung durch Algorithmen über moralphilosophische Dilemmata in einer sozusagen „digitalen“ Version bis zu juristischen Initiativen einer Roboterpersönlichkeit, welche eher auf Science-Fiction-Geschichten als auf greifbaren Fragestellungen aufbauen. Vier Narrative über AI, ChatBots und Roboter sollen dies beispielhaft illustrieren: von angeblichen, aber nicht realen Diskriminierungen bei der Kreditvergabe und dem abstrakten, aber für reale Probleme nicht relevanten Dilemmata des „Trolley-Problems“ in Bezug auf AI-basierte „automatische“ Fahrzeuge bis zum aktuellen Hype um ChatBots oder sogar „AI-Agenten“ und der damit assoziierten Frage, ob denn solche Software-Roboter eigenständig handeln könnten oder sogar eine „elektronische Persönlichkeit“ darstellen würden. Während die technischen Fragen oft in den Hintergrund treten oder gar nicht thematisiert werden, bestimmen die Narrative über eigenständig handelnde Roboter, übermächtige Computer oder „selbstlernende“ Software-Agenten weitgehend die Debatte. Doch bei einer näheren Betrachtung stellen sich solche Narrative als Fiktion oder literarische Topoi heraus.

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Vier Narrative über AI, ChatBots und Roboter

  • Udo Milkau

摘要

Im Diskurs über „Artificial Intelligence“ stehen sich oft zwei Perspektiven gegenüber: Narrative über „Artificial Intelligence“ – im Sinne von Erzählungen, wie AI wahrgenommen, in der fiktionalen Literatur beschrieben oder auch bewusst für nicht technische Fragen instrumentalisiert wird – und eine tiefere sachliche Analyse der jeweiligen Fälle. Dabei findet sich eine große Spannbreite von Presseberichten über eine (vermeintliche) Diskriminierung durch Algorithmen über moralphilosophische Dilemmata in einer sozusagen „digitalen“ Version bis zu juristischen Initiativen einer Roboterpersönlichkeit, welche eher auf Science-Fiction-Geschichten als auf greifbaren Fragestellungen aufbauen. Vier Narrative über AI, ChatBots und Roboter sollen dies beispielhaft illustrieren: von angeblichen, aber nicht realen Diskriminierungen bei der Kreditvergabe und dem abstrakten, aber für reale Probleme nicht relevanten Dilemmata des „Trolley-Problems“ in Bezug auf AI-basierte „automatische“ Fahrzeuge bis zum aktuellen Hype um ChatBots oder sogar „AI-Agenten“ und der damit assoziierten Frage, ob denn solche Software-Roboter eigenständig handeln könnten oder sogar eine „elektronische Persönlichkeit“ darstellen würden. Während die technischen Fragen oft in den Hintergrund treten oder gar nicht thematisiert werden, bestimmen die Narrative über eigenständig handelnde Roboter, übermächtige Computer oder „selbstlernende“ Software-Agenten weitgehend die Debatte. Doch bei einer näheren Betrachtung stellen sich solche Narrative als Fiktion oder literarische Topoi heraus.