Am Beispiel der geplanten Aufrüstung einer Stromtrasse im Landkreis Ahrweiler analysieren wir systematisch, welche Gerechtigkeitsvorstellungen Unbeteiligte und Beteiligte im übergeordneten Kontext der Energiewende artikulieren. Wir vergleichen, wo sie Gerechtigkeit verletzt sehen (und dies ggf. zum Anlass für Empörung nehmen) und welche Ansätze und Möglichkeiten sie benennen, um Gerechtigkeit (wieder-)herzustellen. In theoretischer Hinsicht knüpfen wir hierzu an die innerhalb der Energy-Justice-Forschung dominierende Differenzierung zwischen Verteilungs-, Verfahrens-, und Anerkennungsgerechtigkeit an. Die Analyse von qualitativem Interview- und Fokusgruppenmaterial zeigt zwar Überschneidungen, jedoch dominieren die Divergenzen hinsichtlich der Vorstellungen einer gerechten Gestaltung des Transformationsprozess zwischen den analysierten Gruppen. Dies kann als eine mögliche Ursache für (lokale) Konflikte im Kontext der Energiewende interpretiert werden. Durch die empirische Beleuchtung lokaler Gerechtigkeitsverhandlungen liefert die Analyse einen Beitrag zur näheren Ergründung eines gesellschaftlichen Diskursgegenstandes mit erhöhtem Konflikt- und Mobilisierungspotenzial im Kontext der Energiewende.

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„Niemals empört etwas mehr als Ungerechtigkeit“ – Über Gerechtigkeitsvorstellungen in der Energiewende

  • Lucas Kuhlmann,
  • Nina Kerker,
  • Stine Marg

摘要

Am Beispiel der geplanten Aufrüstung einer Stromtrasse im Landkreis Ahrweiler analysieren wir systematisch, welche Gerechtigkeitsvorstellungen Unbeteiligte und Beteiligte im übergeordneten Kontext der Energiewende artikulieren. Wir vergleichen, wo sie Gerechtigkeit verletzt sehen (und dies ggf. zum Anlass für Empörung nehmen) und welche Ansätze und Möglichkeiten sie benennen, um Gerechtigkeit (wieder-)herzustellen. In theoretischer Hinsicht knüpfen wir hierzu an die innerhalb der Energy-Justice-Forschung dominierende Differenzierung zwischen Verteilungs-, Verfahrens-, und Anerkennungsgerechtigkeit an. Die Analyse von qualitativem Interview- und Fokusgruppenmaterial zeigt zwar Überschneidungen, jedoch dominieren die Divergenzen hinsichtlich der Vorstellungen einer gerechten Gestaltung des Transformationsprozess zwischen den analysierten Gruppen. Dies kann als eine mögliche Ursache für (lokale) Konflikte im Kontext der Energiewende interpretiert werden. Durch die empirische Beleuchtung lokaler Gerechtigkeitsverhandlungen liefert die Analyse einen Beitrag zur näheren Ergründung eines gesellschaftlichen Diskursgegenstandes mit erhöhtem Konflikt- und Mobilisierungspotenzial im Kontext der Energiewende.