Während Anfang des Jahrtausends in den Sozialwissenschaften ein „Verschwinden der Politik“ (Fach, 2008.), eine „Entpolitisierung der Legitimität“ (Bonavides, 1996), oder auch allgemein „Politikverdrossenheit“ (Arzheimer, 2002) diagnostiziert wurde, verändert sich in den letzten Jahren die sozialwissenschaftliche Beschreibung und das kollektive politische Engagement kommt (wieder) verstärkt in den Fokus der Aufmerksamkeit. Die von Chantal Mouffe vorgebrachte Forderung nach mehr „Populismus“ (vgl. Mouffe, 2018) scheint eingelöst und an die Stelle einer entpolitisierten Gesellschaft eine im besonderen Maße polarisierte Gesellschaft getreten zu sein, in der jede vormals private Entscheidung moralisch aufgeladen und Empörung über die falschen Entscheidungen omnipräsent ist. Es entwickeln sich gegenwärtig soziale Bewegungen in atemberaubender Geschwindigkeit, sie transformieren sich – aber verschwinden auch wieder, sodass die Rede von der „Bewegungsgesellschaft“ (vgl. Neidhardt & Rucht, 1993; Tarrow, 2011) immer plausibler erscheint.

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Gemeinschaft der Empörten in der neuen rechten Bewegung

  • Johanna K. Fröhlich

摘要

Während Anfang des Jahrtausends in den Sozialwissenschaften ein „Verschwinden der Politik“ (Fach, 2008.), eine „Entpolitisierung der Legitimität“ (Bonavides, 1996), oder auch allgemein „Politikverdrossenheit“ (Arzheimer, 2002) diagnostiziert wurde, verändert sich in den letzten Jahren die sozialwissenschaftliche Beschreibung und das kollektive politische Engagement kommt (wieder) verstärkt in den Fokus der Aufmerksamkeit. Die von Chantal Mouffe vorgebrachte Forderung nach mehr „Populismus“ (vgl. Mouffe, 2018) scheint eingelöst und an die Stelle einer entpolitisierten Gesellschaft eine im besonderen Maße polarisierte Gesellschaft getreten zu sein, in der jede vormals private Entscheidung moralisch aufgeladen und Empörung über die falschen Entscheidungen omnipräsent ist. Es entwickeln sich gegenwärtig soziale Bewegungen in atemberaubender Geschwindigkeit, sie transformieren sich – aber verschwinden auch wieder, sodass die Rede von der „Bewegungsgesellschaft“ (vgl. Neidhardt & Rucht, 1993; Tarrow, 2011) immer plausibler erscheint.