Die Kunstinstallation Can't Help Myself (Sun Yuan & Peng Yu) ruft in den sozialen Medien starke emotionale Reaktionen hervor; vielfach äußern Nutzer Mitleid mit dem gezeigten Roboter. Bei genauerer Betrachtung zeigt sich jedoch, dass es sich nicht um echtes Mitleid im ethischen Sinn handelt, sondern um eine projektive Zuschreibung auf Grundlage von Bewegung, Klang und Inszenierung. Mit Ingolf Dalferth lässt sich Mitleid als aktive, hilfeorientierte Haltung fassen – eine Dimension, die in diesem Kontext strukturell ausgeschlossen bleibt. Susan Sontags Analyse von Gräuelfotografie verdeutlicht, wie Bilder von Leid Reaktionen zwischen Anteilnahme, Faszination und Voyeurismus hervorrufen. Can't Help Myself macht sichtbar, wie schnell Leid – selbst wenn es nur simuliert ist – zum konsumierbaren Objekt wird.

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„Schluß damit.“/„Was für eine Anblick!“ Dekonstruktion des Mythos vom Mitleid mit dem Roboter Can’t Help Myself

  • Maria-Louise Seipel

摘要

Die Kunstinstallation Can't Help Myself (Sun Yuan & Peng Yu) ruft in den sozialen Medien starke emotionale Reaktionen hervor; vielfach äußern Nutzer Mitleid mit dem gezeigten Roboter. Bei genauerer Betrachtung zeigt sich jedoch, dass es sich nicht um echtes Mitleid im ethischen Sinn handelt, sondern um eine projektive Zuschreibung auf Grundlage von Bewegung, Klang und Inszenierung. Mit Ingolf Dalferth lässt sich Mitleid als aktive, hilfeorientierte Haltung fassen – eine Dimension, die in diesem Kontext strukturell ausgeschlossen bleibt. Susan Sontags Analyse von Gräuelfotografie verdeutlicht, wie Bilder von Leid Reaktionen zwischen Anteilnahme, Faszination und Voyeurismus hervorrufen. Can't Help Myself macht sichtbar, wie schnell Leid – selbst wenn es nur simuliert ist – zum konsumierbaren Objekt wird.