Das Europaparlament ist eine besonders gute Informationsquelle für Korrespondenten. Parlamentarier haben ein besonders hohes Interesse daran, dass ihre Sichtweisen in einer breiten Öffentlichkeit dargestellt werden. Sie sind noch weniger bekannt als ihre Kollegen in nationalen Parlamenten. Gleichzeitig stecken sie in einem Dilemma. Einerseits wollen sie selbstverständlich ihre Standpunkte deutlich machen, andererseits wissen sie, dass diese später in eine komplexe Kompromissspirale einfließen und das bedeutet, dass sie am Ende mitunter zahlreiche Abstriche vertreten müssen. Das liegt daran, dass Abgeordnete ihre Positionen zunächst in vielen Ausschüssen beraten, um eine gemeinsame Parlamentshaltung zu finden, die sie später in die Verhandlungen mit den Mitgliedstaaten und der Kommission vertreten. Dabei sind viele Interessen und zahlreiche legislative Fallstricke zu berücksichtigen, die manchen Abgeordneten an seine Grenzen führen, wenn er das verständlich öffentlich darstellen soll. Das Parlament ist zudem in einem ständigen Kampf um mehr Einfluss und stellt sich gelegentlich als besonders wichtig dar, manche meinen sogar, an einigen Stellen als zu wichtig. Für Korrespondenten ist hilfreich, dies bei der Einschätzung der EU-Machtverhältnisse stets zu berücksichtigen. Eine Woche in Straßburg während der Parlamentswoche ist für Politiknerds in jedem Fall ein Erlebnis voller Einsichten und Erkenntnisse.

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  • Michael Grytz

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Das Europaparlament ist eine besonders gute Informationsquelle für Korrespondenten. Parlamentarier haben ein besonders hohes Interesse daran, dass ihre Sichtweisen in einer breiten Öffentlichkeit dargestellt werden. Sie sind noch weniger bekannt als ihre Kollegen in nationalen Parlamenten. Gleichzeitig stecken sie in einem Dilemma. Einerseits wollen sie selbstverständlich ihre Standpunkte deutlich machen, andererseits wissen sie, dass diese später in eine komplexe Kompromissspirale einfließen und das bedeutet, dass sie am Ende mitunter zahlreiche Abstriche vertreten müssen. Das liegt daran, dass Abgeordnete ihre Positionen zunächst in vielen Ausschüssen beraten, um eine gemeinsame Parlamentshaltung zu finden, die sie später in die Verhandlungen mit den Mitgliedstaaten und der Kommission vertreten. Dabei sind viele Interessen und zahlreiche legislative Fallstricke zu berücksichtigen, die manchen Abgeordneten an seine Grenzen führen, wenn er das verständlich öffentlich darstellen soll. Das Parlament ist zudem in einem ständigen Kampf um mehr Einfluss und stellt sich gelegentlich als besonders wichtig dar, manche meinen sogar, an einigen Stellen als zu wichtig. Für Korrespondenten ist hilfreich, dies bei der Einschätzung der EU-Machtverhältnisse stets zu berücksichtigen. Eine Woche in Straßburg während der Parlamentswoche ist für Politiknerds in jedem Fall ein Erlebnis voller Einsichten und Erkenntnisse.