Ziel der vorliegenden Dissertation war es, Zusammenhänge und mögliche Wechselwirkungen zwischen Stress, Schlafproblemen, Übermüdung, psychischer Gesundheit und der möglichen Rolle von Einsatzplänen und Arbeitszeiten zu untersuchen. Die Ergebnisse dieser und früherer Studien legen nahe, dass die bestehenden Flugzeitbeschränkungen (FTL) und Fatigue-Risk-Management (FRM) sowie Crew-Planungs-Software versagt haben. Vermutlich, weil sie auf wenig validen, nicht reliablen und vor allem nicht objektiven Messmethoden und unklaren Definitionen und Operationalisierungen beruhen. Die meisten Piloten berichten hohe bis exzessive Fatigue, sowie Schlafprobleme, schlechtes Wohlbefinden und psychische Beeinträchtigung. Am stärksten belastet und beeinträchtigt sind Kurzstreckenpiloten von Billigfluglinien, sie berichteten signifikant höhere Fatigue, signifikant stärker beeinträchtigte psychische Gesundheit und mehr Fehltage wegen Übermüdung oder Krankenstand, obwohl viele Piloten auch dann ihre Pflichten erfüllen, wenn sie nicht mehr "Fit to Fly" sind. Nur weil Flugzeitbeschränkungen legale Grenzen darstellen, sind sie nicht sicher. FTL sind Arbeitszeitgesetze, die seit vielen Jahren die Vorgaben der internationalen Arbeitsorganisation (ILO) nicht erfüllen. Die Folgen sind erheblicher psychosozialer und arbeitsbedingter Stress: Wenig Erfahrung, Angst um Einkommen und Arbeitsplatz, Zeitdruck, wirtschaftlicher Druck, Sekundenschlaf im Cockpit, Blendung durch Laserpointer  oder Drohnen im Endanflug vor der Landung sind gesundheitsschädliche Belastungen, die auch die Flugsicherheit negativ beeinflussen. Flugsicherheitsbehörden und Flugpassagiere setzen Flugsicherheit als selbstverständlich, weil gesetzlich verankert voraus. Ein Realitätscheck, wie in dieser komplexen und detaillierten Dissertation dargestellt, sollte alle alle Stakeholder aufrütteln und motivieren, wirtschaftlichen Druck zu reduzieren und optimale Flugsicherheit wiederherzustellen.

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Diskussion

  • Marion Venus

摘要

Ziel der vorliegenden Dissertation war es, Zusammenhänge und mögliche Wechselwirkungen zwischen Stress, Schlafproblemen, Übermüdung, psychischer Gesundheit und der möglichen Rolle von Einsatzplänen und Arbeitszeiten zu untersuchen. Die Ergebnisse dieser und früherer Studien legen nahe, dass die bestehenden Flugzeitbeschränkungen (FTL) und Fatigue-Risk-Management (FRM) sowie Crew-Planungs-Software versagt haben. Vermutlich, weil sie auf wenig validen, nicht reliablen und vor allem nicht objektiven Messmethoden und unklaren Definitionen und Operationalisierungen beruhen. Die meisten Piloten berichten hohe bis exzessive Fatigue, sowie Schlafprobleme, schlechtes Wohlbefinden und psychische Beeinträchtigung. Am stärksten belastet und beeinträchtigt sind Kurzstreckenpiloten von Billigfluglinien, sie berichteten signifikant höhere Fatigue, signifikant stärker beeinträchtigte psychische Gesundheit und mehr Fehltage wegen Übermüdung oder Krankenstand, obwohl viele Piloten auch dann ihre Pflichten erfüllen, wenn sie nicht mehr "Fit to Fly" sind. Nur weil Flugzeitbeschränkungen legale Grenzen darstellen, sind sie nicht sicher. FTL sind Arbeitszeitgesetze, die seit vielen Jahren die Vorgaben der internationalen Arbeitsorganisation (ILO) nicht erfüllen. Die Folgen sind erheblicher psychosozialer und arbeitsbedingter Stress: Wenig Erfahrung, Angst um Einkommen und Arbeitsplatz, Zeitdruck, wirtschaftlicher Druck, Sekundenschlaf im Cockpit, Blendung durch Laserpointer  oder Drohnen im Endanflug vor der Landung sind gesundheitsschädliche Belastungen, die auch die Flugsicherheit negativ beeinflussen. Flugsicherheitsbehörden und Flugpassagiere setzen Flugsicherheit als selbstverständlich, weil gesetzlich verankert voraus. Ein Realitätscheck, wie in dieser komplexen und detaillierten Dissertation dargestellt, sollte alle alle Stakeholder aufrütteln und motivieren, wirtschaftlichen Druck zu reduzieren und optimale Flugsicherheit wiederherzustellen.