Diese Dissertation besteht aus sechs aufeinander aufbauenden peer-reviewten Publikationen. Die Auswertung und Interpretation der 215 Datenpunkte pro Pilot, erhoben mit einer Online-Querschnittsbefragung, war komplex. Diese Dissertation, ihre Ergebnisse und Schlussfolgerungen basieren auf der Theorie der Allostase, den Erkenntnissen der Chronobiologie und Schlafmedizin, auf klinisch-psychologischen, arbeitspsychologischen Erkenntnissen und auf der Burnout-Forschung. Fatigue/Übermüdung und psychische Gesundheit wurden differenziert erhoben und analysiert, und mit Arbeitsbedingungen, Einsatzzeiten der letzten beiden Monate, Stress, Schlafproblemen, psychischer Gesundheit und Wohlbefinden korreliert. Die Studien eins und zwei untersuchten, ob unsere 215 Datenpunkte von 406 internationalen Berufspiloten die Theorie der Allostase unterstützen würde. Komplexe Analysen bestätigten, dass akuter und chronischer arbeitsbedingter und psychosozialer Stress und Fatigue-Risiken mit signifikant mehr psychophysiologischen Abnutzungsprozessen wie hoher Übermüdung, Schlafproblemen, schlechtem Wohlbefinden und mehr Symptomen von Depression, generalisierter Angst und Befindens-Beeinträchtigungen (common mental disorders) verbunden sind. Die dritte Studie beinhaltete eine qualitative Inhaltsanalyse der Aussagen von Piloten, die die quantitativen Ergebnisse aller fünf Studien und die Theorie der Allostase perfekt unterstützen. Piloten wiesen insbesondere auf noch legale, aber extrem belastende Einsatzpläne hin. Viele Piloten berichteten, dass das Prinzip der Gewinnmaximierung weit höhere Priorität hat als Flugsicherheit und Sicherheitskultur. In den Studien 4, 5 und 6 wurden Gruppen von Piloten verglichen. Australische Piloten berichteten stärkere Belastung und Beeinträchtigung als europäische Piloten. Kurzstreckenpiloten von Billigfliegern waren am stärksten beeinträchtigt und berichteten signifikant höhere Übermüdung bzw. Fatigue, signifikant mehr Schlafprobleme, signifikant mehr Depressions- und Angstsymptome, die meisten Befindens-Beeinträchtigungen, und das schlechteste Wohlbefinden. Ohne jede Forschungsfinanzierung war es nicht möglich, physiologische Daten zu erheben, wie z. B. hochauflösende Herzfrequenz-Variabilitätsmessung (HRV-Messung), um Stress. Übermüdung, Erholung und Schlaf objektiv, valide und reliabel im Zusammenspiel mit weiteren diagnostischen Daten zu erfassen. Die komplexen neuen Ergebnisse legen nahe, dass die bestehenden Flugzeitbeschränkungen (FTL) dringend geändert werden müssen, um ein weiteres  Fortscheiten von Übermüdung, Erschöpfung, Burnout und Verfall der psychischen Gesundheit bei noch aktiven Berufspiloten zu vermeiden. Luftfahrtsicherheit und Sicherheitskultur haben in den letzten Jahren sehr unter dem wirtschaftlichen Druck gelitten, und sollten wieder einen höheren Stellenwert erhalten. Im folgenden Kapitel werden die sechs empirischen Studien der vorliegenden Dissertation zusammengefasst.

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Zusammenfassung der für die Dissertation eingereichten sechs Publikationen

  • Marion Venus

摘要

Diese Dissertation besteht aus sechs aufeinander aufbauenden peer-reviewten Publikationen. Die Auswertung und Interpretation der 215 Datenpunkte pro Pilot, erhoben mit einer Online-Querschnittsbefragung, war komplex. Diese Dissertation, ihre Ergebnisse und Schlussfolgerungen basieren auf der Theorie der Allostase, den Erkenntnissen der Chronobiologie und Schlafmedizin, auf klinisch-psychologischen, arbeitspsychologischen Erkenntnissen und auf der Burnout-Forschung. Fatigue/Übermüdung und psychische Gesundheit wurden differenziert erhoben und analysiert, und mit Arbeitsbedingungen, Einsatzzeiten der letzten beiden Monate, Stress, Schlafproblemen, psychischer Gesundheit und Wohlbefinden korreliert. Die Studien eins und zwei untersuchten, ob unsere 215 Datenpunkte von 406 internationalen Berufspiloten die Theorie der Allostase unterstützen würde. Komplexe Analysen bestätigten, dass akuter und chronischer arbeitsbedingter und psychosozialer Stress und Fatigue-Risiken mit signifikant mehr psychophysiologischen Abnutzungsprozessen wie hoher Übermüdung, Schlafproblemen, schlechtem Wohlbefinden und mehr Symptomen von Depression, generalisierter Angst und Befindens-Beeinträchtigungen (common mental disorders) verbunden sind. Die dritte Studie beinhaltete eine qualitative Inhaltsanalyse der Aussagen von Piloten, die die quantitativen Ergebnisse aller fünf Studien und die Theorie der Allostase perfekt unterstützen. Piloten wiesen insbesondere auf noch legale, aber extrem belastende Einsatzpläne hin. Viele Piloten berichteten, dass das Prinzip der Gewinnmaximierung weit höhere Priorität hat als Flugsicherheit und Sicherheitskultur. In den Studien 4, 5 und 6 wurden Gruppen von Piloten verglichen. Australische Piloten berichteten stärkere Belastung und Beeinträchtigung als europäische Piloten. Kurzstreckenpiloten von Billigfliegern waren am stärksten beeinträchtigt und berichteten signifikant höhere Übermüdung bzw. Fatigue, signifikant mehr Schlafprobleme, signifikant mehr Depressions- und Angstsymptome, die meisten Befindens-Beeinträchtigungen, und das schlechteste Wohlbefinden. Ohne jede Forschungsfinanzierung war es nicht möglich, physiologische Daten zu erheben, wie z. B. hochauflösende Herzfrequenz-Variabilitätsmessung (HRV-Messung), um Stress. Übermüdung, Erholung und Schlaf objektiv, valide und reliabel im Zusammenspiel mit weiteren diagnostischen Daten zu erfassen. Die komplexen neuen Ergebnisse legen nahe, dass die bestehenden Flugzeitbeschränkungen (FTL) dringend geändert werden müssen, um ein weiteres  Fortscheiten von Übermüdung, Erschöpfung, Burnout und Verfall der psychischen Gesundheit bei noch aktiven Berufspiloten zu vermeiden. Luftfahrtsicherheit und Sicherheitskultur haben in den letzten Jahren sehr unter dem wirtschaftlichen Druck gelitten, und sollten wieder einen höheren Stellenwert erhalten. Im folgenden Kapitel werden die sechs empirischen Studien der vorliegenden Dissertation zusammengefasst.