2020 erhielt die Schriftstellerin Kathrin Röggla für Bauernkriegspanorama – einen Text von rund dreißig Seiten – den Wortmeldungen-Literaturpreis. Rezeption und Produktion eines Panoramas spielen in ihm eine zentrale Rolle. Den Titel teilt sich Rögglas Werk mit einem monumentalen Rundbild, das der Maler Werner Tübke zwischen 1976 und 1987 schuf. Tübkes Bauernkriegspanorama, das bis heute im eigens dafür errichteten Panorama-Museum in Bad Frankenhausen in Thüringen zu besichtigen ist, hat eine komplizierte Entstehungsgeschichte. Es wurde von der DDR-Regierung in Auftrag gegeben, deren Kulturministerium das Projekt zunächst unter dem Namen „Frühbürgerliche Revolution in Deutschland“ führte. Röggla rekurriert dezidiert auf dieses Rundbild und dessen verstrickte Agenda. Einsetzend mit dem hypothetischen Appell: „Es bräuchte ein neues ‚Bauernkriegspanorama‘, heißt es“, verwebt sie Elemente einer Bildbeschreibung mit einer Textspur, die von einem Panorama im Sinne eines Epochenbilds der eigenen Zeit spricht. Am 13.6.2023 sprachen Clara Wörsdörfer und Johannes Ullmaier mit der Autorin über die Entstehung ihres Werkes, ihre Auseinandersetzung mit Tübkes Panoramatik und die Möglichkeiten panoramatischen Schreibens.

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„Wie geht man aus diesem Bild wieder raus, wie hört man auf damit?“ Über den Versuch, ein neues Bauernkriegspanorama zu schreiben

  • Kathrin Röggla,
  • Johannes Ullmaier,
  • Clara Wörsdörfer

摘要

2020 erhielt die Schriftstellerin Kathrin Röggla für Bauernkriegspanorama – einen Text von rund dreißig Seiten – den Wortmeldungen-Literaturpreis. Rezeption und Produktion eines Panoramas spielen in ihm eine zentrale Rolle. Den Titel teilt sich Rögglas Werk mit einem monumentalen Rundbild, das der Maler Werner Tübke zwischen 1976 und 1987 schuf. Tübkes Bauernkriegspanorama, das bis heute im eigens dafür errichteten Panorama-Museum in Bad Frankenhausen in Thüringen zu besichtigen ist, hat eine komplizierte Entstehungsgeschichte. Es wurde von der DDR-Regierung in Auftrag gegeben, deren Kulturministerium das Projekt zunächst unter dem Namen „Frühbürgerliche Revolution in Deutschland“ führte. Röggla rekurriert dezidiert auf dieses Rundbild und dessen verstrickte Agenda. Einsetzend mit dem hypothetischen Appell: „Es bräuchte ein neues ‚Bauernkriegspanorama‘, heißt es“, verwebt sie Elemente einer Bildbeschreibung mit einer Textspur, die von einem Panorama im Sinne eines Epochenbilds der eigenen Zeit spricht. Am 13.6.2023 sprachen Clara Wörsdörfer und Johannes Ullmaier mit der Autorin über die Entstehung ihres Werkes, ihre Auseinandersetzung mit Tübkes Panoramatik und die Möglichkeiten panoramatischen Schreibens.