Das für Computerspiele wesentliche Handlungs-Tandem aus ‚Erkunden‘ und ‚Entdecken‘ wird in Open-World-Spielen zu weitläufigen Landschaften mit zahlreichen Handlungsorten ausgestaltet. Damit die Spieler*innen diese meist nicht linear zu erschließenden Weiten erfassen und sich sukzessive aneignen können, spielt die undulierende Gestaltung der Topografie und die darin verteilten, untereinander vernetzten Aussichtspunkte eine wesentliche Rolle. Die so geschaffenen Panorama-Situationen ermöglichen eine Mehransichtigkeit der zu Füßen liegenden Landschaft und stehen in Tradition physisch-realer Anthroposphären wie Nationalparks und Landschaftsgärten. Zwei Aspekte stechen dabei besonders hervor: Zum einen können Open-World-Spiele in Zeiten des Klimawandels ökologisches Denken evozieren. Zum anderen zeigt sich gerade in Open-World-Spielen ein Zusammenfall aus Panoramatik und Panoptik, der jedoch eine doppelte Rolle des Panoramatischen besetzt. So findet nicht nur eine stete Ermächtigung der Spieler*innen im Anblick und im Aneignen der zu erschließenden Landschaft statt. Sie werden zugleich auch zu Objekten der Erfassung, Vermessung und Betrachtung ihres Spielverhaltens.

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Medienspezifische Panorama-Situationen in Open-World-Spielen

  • Marc Bonner

摘要

Das für Computerspiele wesentliche Handlungs-Tandem aus ‚Erkunden‘ und ‚Entdecken‘ wird in Open-World-Spielen zu weitläufigen Landschaften mit zahlreichen Handlungsorten ausgestaltet. Damit die Spieler*innen diese meist nicht linear zu erschließenden Weiten erfassen und sich sukzessive aneignen können, spielt die undulierende Gestaltung der Topografie und die darin verteilten, untereinander vernetzten Aussichtspunkte eine wesentliche Rolle. Die so geschaffenen Panorama-Situationen ermöglichen eine Mehransichtigkeit der zu Füßen liegenden Landschaft und stehen in Tradition physisch-realer Anthroposphären wie Nationalparks und Landschaftsgärten. Zwei Aspekte stechen dabei besonders hervor: Zum einen können Open-World-Spiele in Zeiten des Klimawandels ökologisches Denken evozieren. Zum anderen zeigt sich gerade in Open-World-Spielen ein Zusammenfall aus Panoramatik und Panoptik, der jedoch eine doppelte Rolle des Panoramatischen besetzt. So findet nicht nur eine stete Ermächtigung der Spieler*innen im Anblick und im Aneignen der zu erschließenden Landschaft statt. Sie werden zugleich auch zu Objekten der Erfassung, Vermessung und Betrachtung ihres Spielverhaltens.