Zwischen Zufälligkeit und Notwendigkeit: Zur Synchronizität und Funktion des Doppelgängers in Krzysztof Kieślowskis La double vie de Véronique
摘要
Krzysztof Kieślowskis La double vie de Véronique (1991) gilt als einer der bekanntesten Filme über Doppelgänger/innen überhaupt. Im folgenden Aufsatz soll zuerst die Doppelgängergeschichte von Weronika und Véronique als Synchronizitätsfall im Sinne Carl Gustav Jungs gedeutet werden. Danach wird der Funktion der Doppelgängerin im Film nachgegangen: Als Figur des ‚Schicksalszufälligen‘ (Odo Marquard) liegt das Double an der Schnittstelle von Zufälligkeit und Notwendigkeit und kann – wenn bewusst wahrgenommen – dem Ich zur Freiheit und Selbsterkenntnis verhelfen. Der Film steht somit nicht im Zeichen eines Fatalismus, sondern einer fruchtbaren Spannung zwischen Willensfreiheit (dem Transzendentalen) und der Macht des Transzendenten (Gott, Fatum).