Deutschlands gesellschaftlicher und politischer Umgang mit Islamismus – Eine Übersicht über Trends und wesentliche Herausforderungen
摘要
Im Zentrum des Forschungsvorhabens KURI („Konfigurationen von gesellschaftlichen und politischen Praktiken im Umgang mit dem radikalen Islam“) standen Trendanalysen zu den konkreten Ausprägungen des politischen, sicherheitsbehördlichen und gesellschaftlichen Umgangs mit Islamismus in Deutschland seit dem 11. September 2001. Dazu führte KURI vier Erhebungsstränge zusammen: (1) Langzeitstudien aller Ereignisse, die dem Phänomenbereich „Islamismus“ in Deutschland zuzurechnen sind sowie der wesentlichen rechtlichen Änderungen zum Umgang damit; (2) vertiefende Fallstudien zu unterschiedlichen Dimensionen der öffentlichen Debatte über den Umgang mit Islamismus; (3) interviewbasierte Erhebungen zu den Eigenwahrnehmungen verschiedener Akteursgruppen im Feld; (4) Umfragen und Umfrageexperimente zu Bedrohungsempfindungen und Einstellungen gegenüber sicherheitspolitischen Maßnahmen. Die Analysen ergaben ein komplexes Netz aus Maßnahmen und Debatten: Der sicherheits- und gesellschaftspolitische Umgang mit Islamismus folgte keiner klaren Strategie, war in der Tendenz reaktiv und unterlag den föderalen Prozessen der Konsensfindung und Aushandlung. Die Verlagerung von Maßnahmen in das Vorfeld möglicher islamistischer Straftaten ist dabei ein Kerntrend, der sich in der rechtlichen Entwicklung und in der Legitimierung in öffentlichen Debatten nachzeichnen lässt – bei allen Kontroversen um eine Balance zwischen Sicherheit und Freiheit.