Herausforderungen und Gelingensbedingungen der Prävention und Abwendung junger Menschen von islamistischer Radikalisierung
摘要
Das Projekt Distanz („Strukturelle Ursachen der Annäherung an und Distanzierung von islamistischer Radikalisierung“) befasste sich mit den Gelingensbedingungen erfolgreicher Prävention bzw. Deradikalisierung und Abwendung primärer, sekundärer und tertiärer Präventions- und Beratungsangebote im Kontext islamistischer Radikalisierung. Auch wurden Herausforderungen und Bedarfe in Bezug auf (vermeintliche) Radikalisierungstendenzen in pädagogischen Regelsystemen erfasst. Ein Fokus lag auf Schulen als Brennglas gesellschaftlicher Entwicklungen. Zur Erhebung von wahrgenommenen religiös begründeten Herausforderungen wurde deutschlandweit eine quantitative (n = 694) und qualitative Befragung (n = 70) mit pädagogischem Personal in pädagogischen Regelstrukturen durchgeführt. Die Studien zeichnen ein Bild von vielfältigen Konfliktfeldern und Herausforderungen, die als religiös konnotiert wie auch anteilig als islamistisch bedingt wahrgenommen werden. Um Erkenntnisse für die Praxis zu generieren, wurden Berater:innen in der sekundären und tertiären Prävention/Ausstiegsarbeit zu ihren Erfahrungen mit Abwendungsprozessen und ihren Arbeitsweisen (n = 25) sowie einzelfallbezogen (n = 9) befragt. Darüber hinaus wurden phänomenübergreifend Interviews mit Personen geführt (n = 5), die sich von extremistischen Einstellungen und Gruppen distanziert haben. Die Ergebnisse zeigen gesellschaftliche Spannungsfelder im Umgang mit islamistischer Radikalisierung auf – etwa im Handlungsfeld der (außer-)schulischen Jugendbildung – und bieten Anknüpfungspunkte für die Weiterentwicklung präventiver Maßnahmen. Sie betonen die zentrale Rolle von Schulen in der Radikalisierungsprävention. Ergänzend wurde das Projekt CHAMPS wissenschaftlich begleitet, das Demokratiebildung, Wertevermittlung und Extremismusprävention in der Multiplikator:innen-Ausbildung verbindet.