Personen in psychischen Krisen stellen ein wichtiges Einsatzfeld in der polizeilichen Praxis dar. Zur Gefährdungseinschätzung bei bestehenden psychischen Grunderkrankungen reicht das Meinungsspektrum von keiner erhöhten (Lamnek, 1991) bis zur signifikant erhöhten Gefährdung (Hodgins, 2006). Dieses Kapitel diskutiert die Dynamik polizeilicher Interaktionen mit Menschen in psychischen Krisen, z. B. anhand des Falles von Mouhamed Dramé. Es beleuchtet den Zusammenhang zwischen psychischen Störungen und Delinquenz, den Einfluss medialer Darstellungen sowie die Bedeutung von polizeilicher Autorität im Kontext der Authority Maintenance Theory. Die Proxemik wird als eine unterschätzte, aber zentrale polizeiliche Handlungsvariable für Sicherheit und Deeskalation beschrieben. Gleichzeitig werden relevante psychische Störungen und interagierende Kontextfaktoren wie Medikation, Lebensumstände und Komorbiditäten aufgeführt. Abschließend wird das Konzept der heuristischen Gefährdungsbeurteilung (HGB), als theoretische Grundlage einer Fortbildungskonzeption für den polizeilichen Umgang mit Personen in psychischen Krisen, diskutiert.

错误:搜索内容不能为空,请输入英文关键词
错误:关键词超出字数限制,请精简
高级检索

Lawful but Awful: Wenn polizeiliche Autorität auf Personen in psychischen Ausnahmezuständen trifft – von der Analyse zum Handlungsleitfaden

  • Tom Kattenberg,
  • Fabio Ibrahim

摘要

Personen in psychischen Krisen stellen ein wichtiges Einsatzfeld in der polizeilichen Praxis dar. Zur Gefährdungseinschätzung bei bestehenden psychischen Grunderkrankungen reicht das Meinungsspektrum von keiner erhöhten (Lamnek, 1991) bis zur signifikant erhöhten Gefährdung (Hodgins, 2006). Dieses Kapitel diskutiert die Dynamik polizeilicher Interaktionen mit Menschen in psychischen Krisen, z. B. anhand des Falles von Mouhamed Dramé. Es beleuchtet den Zusammenhang zwischen psychischen Störungen und Delinquenz, den Einfluss medialer Darstellungen sowie die Bedeutung von polizeilicher Autorität im Kontext der Authority Maintenance Theory. Die Proxemik wird als eine unterschätzte, aber zentrale polizeiliche Handlungsvariable für Sicherheit und Deeskalation beschrieben. Gleichzeitig werden relevante psychische Störungen und interagierende Kontextfaktoren wie Medikation, Lebensumstände und Komorbiditäten aufgeführt. Abschließend wird das Konzept der heuristischen Gefährdungsbeurteilung (HGB), als theoretische Grundlage einer Fortbildungskonzeption für den polizeilichen Umgang mit Personen in psychischen Krisen, diskutiert.