Menschen mit psychischen Krisen im Polizeieinsatz: Ein eignungsdiagnostischer Ansatz zur Gestaltung polizeilicher Einsatzszenarien für Personalauswahl und Polizeitraining
摘要
Der Umgang mit Menschen in psychischen Krisen stellt eine erfolgskritische Anforderung an Polizeibeamt:innen im Einsatz dar. Psychische Krisen können im Zusammenhang mit kritischen Lebensereignissen, potenziell traumatisierenden Ereignissen wie Großschadenslagen, im Rahmen einer psychischen Störung (z. B. Suizidalität), aber auch bei eskalierenden Interaktionen vorkommen. Einsatzsimulationen (oder -szenarien) stellen ein geeignetes Instrument dar, um die Anforderungen der Praxis sowohl im Eignungsauswahlverfahren als auch in der Aus- und Fortbildung realitätsnah abzubilden. Für die Wirksamkeit dieses Instruments kommt es nicht nur auf einen hohen Anforderungsbezug („Einsatzrepräsentativität“) an, sondern auch auf die Gestaltung der Übungsanleitung (d. h. die Situationsstärke) und das Verhalten der Rollenspieler:innen (als sog. Aufforderungen, „Prompts“). In diesem Beitrag wird dargestellt, wie wirksame Einsatzszenarien gestaltet sein sollten. In diesem Zusammenhang zeigt sich, dass Simulationen je nach Gestaltung entweder wissensorientiert (d. h. „bestes“ Verhalten anregen, z. B. beim Training von Fertigkeiten) oder persönlichkeitsorientiert (d. h. „typisches“ Verhalten anregen, z. B. beim Training von Selbstregulation und Selbstreflexion) sein können. Kurze Fallbeispiele aus der Aus- und Fortbildung von Polizeibeamt:innen illustrieren die praktische Umsetzung.