Beleidigungen und Körperverletzungen sind im bundesdeutschen Kontext strafrechtliche Tatbestände, allerdings sind die hinterlegten normativen Maßstäbe ebenso wie ihre konkrete Übersetzung in der Alltagspraxis vielfach kulturell, institutionell und organisational gebrochen. Daher reicht der Verweis auf die klare moralische und rechtliche Lage auch nicht aus, wenn über unterschiedliche verbale Bedrohungen oder körperliche Übergriffe diskutiert wird.  Das gilt auch für die aktuellen Auseinandersetzungen um die Angriffe auf öffentliche Personen, allen voran Menschen in politischen Verantwortungspositionen. Diese werfen folgende Fragen auf: Warum kommt es aktuell offensichtlich zu einer faktisch erhöhten Bedrohungslage? Wie ist mit dieser auf unterschiedlichen Ebenen, in unterschiedlichen gesellschaftlichen Handlungs- und Politikfeldern und mit Blick auf die unterschiedlichen konkreten Konstellationen der Bedrohung und Gewalt umzugehen? Diese Fragen werden im vorliegenden Beitrag mit einem pädagogischen und erziehungswissenschaftlichen Interesse bearbeitet. Ziel der nachfolgenden Überlegungen ist es, zu einem grundlegenden Verstehen beizutragen und einer systematischen Einschätzung zu kommen, inwiefern und in welcher Weise die aktuellen Auseinandersetzungen um Angriffe auf öffentliche Personen auch für Fragen der Bildung und Erziehung von Relevanz sind.

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Bildung gegen die Bedrohung? Ein Plädoyer für Aufklärung und Auseinandersetzung angesichts der gegenwärtigen Bedrohungslagen

  • Fabian Kessl

摘要

Beleidigungen und Körperverletzungen sind im bundesdeutschen Kontext strafrechtliche Tatbestände, allerdings sind die hinterlegten normativen Maßstäbe ebenso wie ihre konkrete Übersetzung in der Alltagspraxis vielfach kulturell, institutionell und organisational gebrochen. Daher reicht der Verweis auf die klare moralische und rechtliche Lage auch nicht aus, wenn über unterschiedliche verbale Bedrohungen oder körperliche Übergriffe diskutiert wird.  Das gilt auch für die aktuellen Auseinandersetzungen um die Angriffe auf öffentliche Personen, allen voran Menschen in politischen Verantwortungspositionen. Diese werfen folgende Fragen auf: Warum kommt es aktuell offensichtlich zu einer faktisch erhöhten Bedrohungslage? Wie ist mit dieser auf unterschiedlichen Ebenen, in unterschiedlichen gesellschaftlichen Handlungs- und Politikfeldern und mit Blick auf die unterschiedlichen konkreten Konstellationen der Bedrohung und Gewalt umzugehen? Diese Fragen werden im vorliegenden Beitrag mit einem pädagogischen und erziehungswissenschaftlichen Interesse bearbeitet. Ziel der nachfolgenden Überlegungen ist es, zu einem grundlegenden Verstehen beizutragen und einer systematischen Einschätzung zu kommen, inwiefern und in welcher Weise die aktuellen Auseinandersetzungen um Angriffe auf öffentliche Personen auch für Fragen der Bildung und Erziehung von Relevanz sind.