Gewalt gegen Beschäftigte im öffentlichen Dienst stellt ein zunehmendes gesellschaftliches Problem dar, dessen systematische Erfassung und Analyse bislang unzureichend erfolgt. Vor diesem Hintergrund wurde im Rahmen eines BMBF-geförderten Verbundprojekts das Instrument InGe zur Erfassung und Auswertung von Gewaltvorfällen entwickelt. Ziel war es, ein skalierbares, datenschutzkonformes und berufsgruppenübergreifend einsetzbares Meldesystem für den öffentlichen Dienst zu schaffen. Die konzeptuelle Grundlage bildet ein mehrschichtiges Schalenmodell zur Definition von Gewalt, das juristische, internationale und berufsbezogene Perspektiven integriert. Die Operationalisierung erfolgt über ein nutzerfreundliches Online-Meldeportal mit abgestuften Eingabetiefen und drei unterschiedlichen Meldewegen (personalisiert/über Vorgesetzte, über Vertrauensstelle, anonyme Meldung). Ergänzt wird das System durch ein interaktives Daten-Dashboard zur Auswertung sowie eine öffentlich zugängliche Präventionsdatenbank. Erste Evaluationen in Testkommunen zeigen Potenzial hinsichtlich Datenqualität und Nutzung. Offene Herausforderungen betreffen insbesondere Fragen der Rechtsgrundlagen insbesondere im Bereich Datenschutz sowie der Implementierung in unterschiedlichste Arbeitsabläufe in Behörden und Organisationen.

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Lagebildinstrument zu Gewalterfahrungen von Beschäftigten im öffentlichen Dienst (InGe)

  • David Czudnochowski,
  • Ines Hohendorf,
  • Markus Jenki,
  • Franziska Müller,
  • Moritz Zemann

摘要

Gewalt gegen Beschäftigte im öffentlichen Dienst stellt ein zunehmendes gesellschaftliches Problem dar, dessen systematische Erfassung und Analyse bislang unzureichend erfolgt. Vor diesem Hintergrund wurde im Rahmen eines BMBF-geförderten Verbundprojekts das Instrument InGe zur Erfassung und Auswertung von Gewaltvorfällen entwickelt. Ziel war es, ein skalierbares, datenschutzkonformes und berufsgruppenübergreifend einsetzbares Meldesystem für den öffentlichen Dienst zu schaffen. Die konzeptuelle Grundlage bildet ein mehrschichtiges Schalenmodell zur Definition von Gewalt, das juristische, internationale und berufsbezogene Perspektiven integriert. Die Operationalisierung erfolgt über ein nutzerfreundliches Online-Meldeportal mit abgestuften Eingabetiefen und drei unterschiedlichen Meldewegen (personalisiert/über Vorgesetzte, über Vertrauensstelle, anonyme Meldung). Ergänzt wird das System durch ein interaktives Daten-Dashboard zur Auswertung sowie eine öffentlich zugängliche Präventionsdatenbank. Erste Evaluationen in Testkommunen zeigen Potenzial hinsichtlich Datenqualität und Nutzung. Offene Herausforderungen betreffen insbesondere Fragen der Rechtsgrundlagen insbesondere im Bereich Datenschutz sowie der Implementierung in unterschiedlichste Arbeitsabläufe in Behörden und Organisationen.