Rassismus prägte und prägt das Denken und Handeln über Jahrhunderte hinweg und schrieb sich so tief in die gesellschaftlichen Strukturen, aber auch individuellen Wahrnehmungen ein. Durch den Perspektivwechsel der Forschung aber auch innerhalb der Gesellschaft werden nicht mehr nur marginalisierte Personen als Akteur:innen von Rassismus wahrgenommen, sondern auch die weiße Mehrheitsgesellschaft. Aufgezeigt bekommen, Teil des Problems zu sein, obwohl man sich selbst gegen Rassismus positioniert, führt oft zu einer Abwehrhaltung weißer Personen. Auch die Strukturen und Akteur:innen sozialer Organisationen sind davon nicht befreit. Gerade Führungskräften kommt hier eine besondere Rolle zu. Durch ihre Position haben sie maßgeblich Einfluss auf das Geschehen im Unternehmen. Nicht zuletzt haben sie einen ethischen Auftrag, eine Mitarbeiterverantwortung und sind gesetzlich dazu verpflichtet, sich um das Wohl aller Mitarbeiter:innen zu kümmern. So ist es auch die Aufgabe der Führungskräfte einen Raum zu schaffen, welcher entgegen Diskriminierung wirkt, Unterschiede anerkennt und ungerechte politische Entscheidungen und Praktiken zurückweist. Dies soll nicht nur den Klient:innen gegenüber geschehen, sondern auch innerhalb des eigenen Systems und den eigenen oder potenziellen Mitarbeiter:innen gegenüber. Durch fehlende fachliche Auseinandersetzung der Führungskräfte mit der Thematik werden jedoch nach wie vor – bewusst oder unbewusst – (Re-)Traumatisierungen gefördert und bestehende Machtverhältnisse aufrechterhalten und Diskriminierungen zugelassen. Führungskräfte sozialer Organisationen können so als Teil der symbolischen (weißen) Macht gesehen werden.

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Die Führungsebene sozialer Organisationen als Teil der symbolischen (weißen) Macht und Stabilisator rassistischer Strukturen

  • Maike Sander

摘要

Rassismus prägte und prägt das Denken und Handeln über Jahrhunderte hinweg und schrieb sich so tief in die gesellschaftlichen Strukturen, aber auch individuellen Wahrnehmungen ein. Durch den Perspektivwechsel der Forschung aber auch innerhalb der Gesellschaft werden nicht mehr nur marginalisierte Personen als Akteur:innen von Rassismus wahrgenommen, sondern auch die weiße Mehrheitsgesellschaft. Aufgezeigt bekommen, Teil des Problems zu sein, obwohl man sich selbst gegen Rassismus positioniert, führt oft zu einer Abwehrhaltung weißer Personen. Auch die Strukturen und Akteur:innen sozialer Organisationen sind davon nicht befreit. Gerade Führungskräften kommt hier eine besondere Rolle zu. Durch ihre Position haben sie maßgeblich Einfluss auf das Geschehen im Unternehmen. Nicht zuletzt haben sie einen ethischen Auftrag, eine Mitarbeiterverantwortung und sind gesetzlich dazu verpflichtet, sich um das Wohl aller Mitarbeiter:innen zu kümmern. So ist es auch die Aufgabe der Führungskräfte einen Raum zu schaffen, welcher entgegen Diskriminierung wirkt, Unterschiede anerkennt und ungerechte politische Entscheidungen und Praktiken zurückweist. Dies soll nicht nur den Klient:innen gegenüber geschehen, sondern auch innerhalb des eigenen Systems und den eigenen oder potenziellen Mitarbeiter:innen gegenüber. Durch fehlende fachliche Auseinandersetzung der Führungskräfte mit der Thematik werden jedoch nach wie vor – bewusst oder unbewusst – (Re-)Traumatisierungen gefördert und bestehende Machtverhältnisse aufrechterhalten und Diskriminierungen zugelassen. Führungskräfte sozialer Organisationen können so als Teil der symbolischen (weißen) Macht gesehen werden.