Rassismus zwischen den Zeilen: Autobiografien als Zeugnisse antimigrantischer Diskriminierung
摘要
Am Beispiel autobiografischer Erzählungen diskutiert die Studie Funktionsweisen von migrationsfeindlichem Rassismus und von Diskriminierungsmechanismen innerhalb symbolischer Machtverhältnisse. Im Zentrum stehen Autobiografien dreier türkeistämmiger Einwanderer unterschiedlicher Ethnien, Altersgruppen und Berufe, die zwischen 1967 und 1979 zum Arbeiten nach Deutschland kamen und in Hamburg lebten: Tatan’dan Hannover’e Bir Yaşam des 81-jährigen Fabrikarbeiters Ali Haydar Karataş, Duvarlara Sorun Beni des 70-jährigen Friseurs Behçet Algan und die Autobiografie der 75-jährigen Lehrerin Nebahat Ercan Sakallı mit dem Titel Almanya’da Bir Türk Öğretmen Olmak. Theoretisch stützt sich die Lektüre dieser Bücher auf Pierre Bourdieus Konzepte des Klassenrassismus und Intelligenzrassismus als wirksame Teile der Herrschaftsverhältnisse in der symbolischen Ordnung. Zusammen mit Philomena Esseds Konzept des Alltagsrassismus können Formen des Rassismus identifiziert werden, die in den Mikrosphären des sozialen Lebens auftreten. Diese Untersuchung zeigt, wie Rassismus im institutionellen und alltäglichen Leben von Akteuren erlebt wird, die zwar aus demselben Land kommen, aber mit unterschiedlichen soziologischen Parametern. Ihre Erfahrungen spiegeln sich in der autobiografischen Erzählung als Form der Reproduktion von Subjektivität wider.