Gerechtigkeitsforschung aus psychologischer Sicht
摘要
Die psychologische Gerechtigkeitsforschung beschäftigt sich mit subjektiven Gerechtigkeitswahrnehmungen, -urteilen, -motiven und -dispositionen sowie ihren Auswirkungen auf das menschliche Handeln und Erleben (Skitka und Crosby 2003). Damit unterscheidet sie sich vom normativen Zugang anderer Disziplinen, die versuchen, objektiv zu beschreiben oder festzulegen, was Gerechtigkeit ist. In der Gerechtigkeitspsychologie gibt es somit nicht „die eine“ Gerechtigkeit, sondern eine Pluralität verschiedener Gerechtigkeitswahrnehmungen, die gleichberechtigt betrachtet werden. So geht es z. B. nicht darum, zu entscheiden, welches Prinzip einer Verteilung zugrunde liegen sollte. Vielmehr wird untersucht, wie verschiedene Verteilungsprinzipien wahrgenommen werden und sich individuell und sozial auswirken. Auch das Entscheidungsverfahren und der Umgang mit den Beteiligten können unter Gerechtigkeitsaspekten betrachtet werden, was zu weiteren Gerechtigkeitsdimensionen führt.