Résumé zur Konstruktion des Welt- und Selbstbildes
摘要
Lassen wir die Inhalte dieses zweiten Bandes unserer Reihe noch einmal Revue passieren. Wir haben erkannt, dass das Erzählen unserem menschlichen Wesen in tiefster Weise entspricht. Zum Beispiel in der Art, wie das neuronale Netzwerk unserem geistigen Narrativ Informationen liefert, indem es die Einzelbilder, die mit der Wahrnehmung entstehen, zu einem Film zusammensetzt und als Realität abspielt. Auch eine Geschichte wird in einer Abfolge von imaginierten Bildern lebendig, die sowohl im Erzählenden, als auch im Zuhörenden ganz individuell emporsteigen. So ist das hauseigene Narrativ in uns ein Kollektiv, das alles daransetzt, aus allen zur Verfügung stehenden Informationen, ein sinnvolles Gesamtbild zu präsentieren und darüber zu erzählen. Dazu interpretiert es meisterhaft Symbole und sucht aus dem Unbewussten heraus auch in Metaphern danach, Abstraktes sinnhaft zu vermitteln. Es erzählt uns die Sage über Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft und die des persönlichen Lebens. Das innere Narrativ vereint die unbewussten und bewussten Teile unseres Da-Seins und bildet daraus ein zusammenhängendes, logisch wirkendes Ganzes, das wir dann Weltbild nennen können. Dieser Interpretation liegen Wertungen zugrunde. Sie sind notwendig für zielgerichtete Handlungen innerhalb eines entsprechenden Kontextes. Auf diese Weise konstruiert sich auch das Welt- und Selbstbild. Hinzu kommen moralische Orientierungshilfen, die dem Denken und Handeln als Wegweiser im sozialen Gefüge dienen. Unsere Welt erleben wir in Bezügen und Rahmen, in denen wir wertend Wahrgenommenes bedeutsam werden lassen. Deshalb ist es auch notwendig, diese Bedeutungen immer wieder zu reflektieren, um das individuelle Weltbild aufzulockern, damit es nicht in einem Rahmen verhaftet bleibt, sondern auch Ausgegrenztes, Vergessenes und potentiell Neues berücksichtigen kann.