Das Baudenkmal als erhaltenswertes Kulturgut hat seine Würdigung im Rahmen der Denkmalpflege erst seit dem späten 19. Jahrhundert in Deutschland erhalten. Dabei wird das Baudenkmal als ein von Menschenhand geschaffenes Gebilde verstanden, das Zeugnis der Techniken und des Gestaltungswillens vergangener Zeiten ist. Das Thema des ressourcenschonend Erhalts des Denkmal- und Altbaubestands und der damit verbundene Gebrauch sowie die Transformation von Baudenkmälern, insbesondere bei der Nachnutzung von Gebäuden, ist eine der großen Herausforderung im aktuellen Immobiliengeschehen. Zum einen sollen die historischen Bautechniken und die eingesetzten Materialien erhalten und bewahrt werden, zum anderen müssen die allgemein anerkannten Regeln der Technik und die einschlägigen Baunormen zwingend eingehalten und sicher angewendet werden. Unbefriedigend bleibt hierbei, dass die zunehmend verschärften Forderungen des Gesetzgebers in Bezug auf ökologische Mindeststandards und rechnerischer Energieverbräuche zumeist den Material- und Baustrukturen des Denkmals und seiner rechnerischen Energiebilanz entgegenstehen. Dies führt für Planer und ausführende Gewerke in der gesamten Bauabwicklung zu einem erhöhten Planungsumfang und fordert umfangreiche handwerkliche Könnerschaft. Es müssen die historischen Grundrisse mit ihren ursprünglichen Nutzungsgegebenheiten in die heutige Zeit mit ihren Nutzeranforderungen und Qualitätsansprüchen übertragen werden und es stehen der historischen Bausubstanz oftmals die heutige Baustoffauswahl und die Bautechniken entgegen. Aus dem Missverständnis und der Unkenntnis heraus wird die historischen Substanz dann oft nur durch eine nachempfundenen Kulisse dargestellt. Die Überformung der Bausubstanz wird dadurch oftmals zu einer mangelempfindlichen Melange aus alten und neuen Baumaterialien und damit unerwarteten Stoffverbindungen und Reaktionen. Eine disziplinierte und fachübergreifende Planung respektiert die Baustruktur und Materialität der Altsubstanz – auch und gerade in der Bauwerksabdichtung.

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Denkmalpflegerische Betrachtungen und Denkmalpflegerische Aspekte in der Bauwerksabdichtung/Bauwerkssanierung

  • Christoph Hellkötter

摘要

Das Baudenkmal als erhaltenswertes Kulturgut hat seine Würdigung im Rahmen der Denkmalpflege erst seit dem späten 19. Jahrhundert in Deutschland erhalten. Dabei wird das Baudenkmal als ein von Menschenhand geschaffenes Gebilde verstanden, das Zeugnis der Techniken und des Gestaltungswillens vergangener Zeiten ist. Das Thema des ressourcenschonend Erhalts des Denkmal- und Altbaubestands und der damit verbundene Gebrauch sowie die Transformation von Baudenkmälern, insbesondere bei der Nachnutzung von Gebäuden, ist eine der großen Herausforderung im aktuellen Immobiliengeschehen. Zum einen sollen die historischen Bautechniken und die eingesetzten Materialien erhalten und bewahrt werden, zum anderen müssen die allgemein anerkannten Regeln der Technik und die einschlägigen Baunormen zwingend eingehalten und sicher angewendet werden. Unbefriedigend bleibt hierbei, dass die zunehmend verschärften Forderungen des Gesetzgebers in Bezug auf ökologische Mindeststandards und rechnerischer Energieverbräuche zumeist den Material- und Baustrukturen des Denkmals und seiner rechnerischen Energiebilanz entgegenstehen. Dies führt für Planer und ausführende Gewerke in der gesamten Bauabwicklung zu einem erhöhten Planungsumfang und fordert umfangreiche handwerkliche Könnerschaft. Es müssen die historischen Grundrisse mit ihren ursprünglichen Nutzungsgegebenheiten in die heutige Zeit mit ihren Nutzeranforderungen und Qualitätsansprüchen übertragen werden und es stehen der historischen Bausubstanz oftmals die heutige Baustoffauswahl und die Bautechniken entgegen. Aus dem Missverständnis und der Unkenntnis heraus wird die historischen Substanz dann oft nur durch eine nachempfundenen Kulisse dargestellt. Die Überformung der Bausubstanz wird dadurch oftmals zu einer mangelempfindlichen Melange aus alten und neuen Baumaterialien und damit unerwarteten Stoffverbindungen und Reaktionen. Eine disziplinierte und fachübergreifende Planung respektiert die Baustruktur und Materialität der Altsubstanz – auch und gerade in der Bauwerksabdichtung.