Die Energiewende ist eine Voraussetzung dafür, dass die Klimakrise überwunden werden kann. Nur mit einer umfassenden und in kurzer Zeit tatsächlich realisierten Dekarbonisierung der Energiegewinnung können die im Pariser Abkommen festgelegten Klimaziele erreicht und die Erderwärmung auf ein erträgliches Maß begrenzt werden. Diese Transformation des Energiesektors ist jedoch nicht nur eine technische Herausforderung, sie hat zugleich weitreichende soziale, wirtschaftliche und politische Implikationen. Diese verschärfen sich in der Polykrise: Steigende Kosten, eine schleppende Implementation technologischer Innovationen vor allem im Verkehr und in der Wärmegewinnung und die Gefährdung der Energiesicherheit angesichts geopolitischer Krisen erschweren eine gerechte Verteilung der Lasten und Vorteile der Energiewende. Die Energiewende ist mehr denn je eine soziale Frage. Die Möglichkeiten und Grenzen von Kompensationsmechanismen wie dem Klimageld sowie die Perspektiven für eine „Just Transition“ stehen daher im Mittelpunkt des Beitrages. Impliziter roter Faden der Analyse ist ein Konzept von Gerechtigkeit, das neben der globalen und intergenerationalen Lastenverteilung auch die sozialen Verteilungswirkungen sowie die Beteiligung und die Anerkennung der Lebensleistung der Betroffenen umfasst. Damit verbunden ist letztlich ein neues Verständnis von Wohlstand und Entwicklung, das auf die Lebensqualität, die soziale Gerechtigkeit und den Erhalt der natürlichen Umwelt gleichermaßen zielt.

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Die Energiewende und die soziale Frage

  • Weert Canzler,
  • Jörg Radtke

摘要

Die Energiewende ist eine Voraussetzung dafür, dass die Klimakrise überwunden werden kann. Nur mit einer umfassenden und in kurzer Zeit tatsächlich realisierten Dekarbonisierung der Energiegewinnung können die im Pariser Abkommen festgelegten Klimaziele erreicht und die Erderwärmung auf ein erträgliches Maß begrenzt werden. Diese Transformation des Energiesektors ist jedoch nicht nur eine technische Herausforderung, sie hat zugleich weitreichende soziale, wirtschaftliche und politische Implikationen. Diese verschärfen sich in der Polykrise: Steigende Kosten, eine schleppende Implementation technologischer Innovationen vor allem im Verkehr und in der Wärmegewinnung und die Gefährdung der Energiesicherheit angesichts geopolitischer Krisen erschweren eine gerechte Verteilung der Lasten und Vorteile der Energiewende. Die Energiewende ist mehr denn je eine soziale Frage. Die Möglichkeiten und Grenzen von Kompensationsmechanismen wie dem Klimageld sowie die Perspektiven für eine „Just Transition“ stehen daher im Mittelpunkt des Beitrages. Impliziter roter Faden der Analyse ist ein Konzept von Gerechtigkeit, das neben der globalen und intergenerationalen Lastenverteilung auch die sozialen Verteilungswirkungen sowie die Beteiligung und die Anerkennung der Lebensleistung der Betroffenen umfasst. Damit verbunden ist letztlich ein neues Verständnis von Wohlstand und Entwicklung, das auf die Lebensqualität, die soziale Gerechtigkeit und den Erhalt der natürlichen Umwelt gleichermaßen zielt.