Militärische Innovationen sind ein Spezialfall technologischer Entwicklungen, die gesellschaftliche Teilbereiche oder die Gesellschaft als Ganzes betreffen. Sie können für andere unerwünschte Nebenfolgen auf anderen Gebieten haben und werden daher kritisch beäugt. Die Erosion des Fortschrittsoptimismus in modernen Gesellschaften hat dazu geführt, dass technische Innovationen nicht mehr unkritisch gesehen werden und eine Legitimation für sich beanspruchen müssen. Die Herstellung von Konsensfähigkeit von Risiken ist ein entscheidendes Ziel von Innovationskommunikation. Wissenschaftlich-technische Entwicklungen zu legitimieren kann sich jedoch nicht per se auf das wissenschaftliche Argument verlassen, sondern muss auch die Glaubwürdigkeit der Kommunikation und die Vertrauenswürdigkeit der handelnden Akteure berücksichtigen. Militärische Innovationen haben Chancen auf Akzeptanz, wenn die Logiken der Verteilung von Nutzen und Risiken als miteinander kompatibel angesehen werden. Dies ist insbesondere bei autonomen Systemen und KI relevant. Die Risikowahrnehmung von militärischen Innovationen wird stark von Unsicherheiten und subjektiven Faktoren bestimmt. Innovationskommunikation muss den sozialen, sinngebenden Kontext berücksichtigen und die Erwartungen der Adressaten antizipieren. Im Binnenverhältnis bedeutet dies, den internen Stakeholdern eine Lösung der wahrgenommenen Ziel-Mittel-Diskrepanzen anzubieten. Abschließend ist Innovationskommunikation nicht nur eine Form von Veränderungskommunikation, sondern auch eine Kommunikation über die Kontexte, in denen Innovationen entstehen und genutzt werden.

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Die Herausforderungen in der Kommunikation zu militärischen Innovationen

  • Natascha Zowislo-Grünewald,
  • Franz Beitzinger

摘要

Militärische Innovationen sind ein Spezialfall technologischer Entwicklungen, die gesellschaftliche Teilbereiche oder die Gesellschaft als Ganzes betreffen. Sie können für andere unerwünschte Nebenfolgen auf anderen Gebieten haben und werden daher kritisch beäugt. Die Erosion des Fortschrittsoptimismus in modernen Gesellschaften hat dazu geführt, dass technische Innovationen nicht mehr unkritisch gesehen werden und eine Legitimation für sich beanspruchen müssen. Die Herstellung von Konsensfähigkeit von Risiken ist ein entscheidendes Ziel von Innovationskommunikation. Wissenschaftlich-technische Entwicklungen zu legitimieren kann sich jedoch nicht per se auf das wissenschaftliche Argument verlassen, sondern muss auch die Glaubwürdigkeit der Kommunikation und die Vertrauenswürdigkeit der handelnden Akteure berücksichtigen. Militärische Innovationen haben Chancen auf Akzeptanz, wenn die Logiken der Verteilung von Nutzen und Risiken als miteinander kompatibel angesehen werden. Dies ist insbesondere bei autonomen Systemen und KI relevant. Die Risikowahrnehmung von militärischen Innovationen wird stark von Unsicherheiten und subjektiven Faktoren bestimmt. Innovationskommunikation muss den sozialen, sinngebenden Kontext berücksichtigen und die Erwartungen der Adressaten antizipieren. Im Binnenverhältnis bedeutet dies, den internen Stakeholdern eine Lösung der wahrgenommenen Ziel-Mittel-Diskrepanzen anzubieten. Abschließend ist Innovationskommunikation nicht nur eine Form von Veränderungskommunikation, sondern auch eine Kommunikation über die Kontexte, in denen Innovationen entstehen und genutzt werden.