Wissensproduktion zu Sinti* und Roma*: Wissenskritik und Forschungsethik
摘要
Die gesellschaftlichen Zustände, in denen Sinti und Roma leben, sind in Deutschland und Europa von wirkmächtigen Zuschreibungsverhältnissen geprägt. Diese sind feste Bestandteile eines rassistisch geprägten Machtverhältnisses von Dominanz- und Minderheitengesellschaft(en). Beachtlich sind Bilder und stereotype Vorstellungen von großer Beharrungskraft, eindrücklich zum Beispiel in der Aktualisierung des Bildes vom ‚Seuchenträger und -verbreiter‘ in der Corona-Pandemie (vgl. Karoly 2020) wie auch in der tradierten Transformation einer zugeschriebenen anderen Bildsamkeit. Deutlich sehen wir unter den Bildern, Stereotypen und ‚Gerüchten‘, die seit dem Eintreffen der ersten romani Communitys im ausgehenden Mittelalter in Mitteleuropa entstanden, Elemente, die sich nur geringfügig verändernd, immer wieder aktualisieren. Zum anderen finden wir eine starke Homogenisierung dieser Bilder für Individuen und die verschiedenen Communitys und im Weiteren die Essentialisierung und Kulturalisierung dieser Sichtweisen. Verbunden sind diese Zuschreibungsverhältnisse zum überwiegenden Teil mit permanenter Abwertung, Herabwürdigung, Entrechtung, Diffamierung, Ausschluss und Gewalt (vgl. UKA 2021). Der dominanzgesellschaftliche kulturelle Kanon (vgl. Bogdal 2011; Mladenova et al. 2020) und die Öffentlichkeit sind von stereotypen Bildern des*der ,Zigeuners*in‘, heute zunehmend ersetzt durch „SintiundRoma“ (Randjelović 2012, S. 674), durchwoben.