Nach der Ausarbeitung der methodologischen Grundlagen und heuristischen Konzepte der ISA werden in diesem Kapitel mögliche Anschlüsse an die qualitativen Methoden der empirischen Sozialforschung ausgelotet. Mit der Verortung der Arbeit im Interpretativen Paradigma der Soziologie ist zwar prinzipiell ein Anschluss an eine Vielzahl der darin situierten Methoden denkbar, jedoch wird es im Folgenden weder darum gehen, die kaum mehr zu überblickende Vielfalt an methodischen Ansätzen, Gütekriterien, Forschungsstrategien und Vorgehensweisen zu diskutieren, noch darum, einen one-best-way der Subjektivierungsforschung vorzuschlagen. Gerade letzteres hat häufig durch die strikten Vorgaben der Verfahrensschritte eine Überreglementierung zur Folge, was der notwendigen Offenheit des Vorgehens in der qualitativen Sozialforschung entgegensteht und zu einer permanenten Überforderung der Forschenden führen kann, die den komplexen Anforderungen und den hohen Ansprüchen im Hinblick auf die Gütekriterien in der Forschungspraxis kaum gerecht werden können. Daher werden die methodischen Perspektiven in diesem Kapitel lediglich unter zwei Gesichtspunkten diskutiert. Im Abschn. 9.1 wird der Forschungsstil der ISA fokussiert, der „den Zusammenhang zwischen den theoretischen Orientierungen der Forschenden und der praktischen Ausgestaltung des Forschungsprozesses“ (Bührmann/Schneider 2008, 15) darlegt. Abschn. 9.2 arbeitet dann einen wesentlichen Aspekt dieses Forschungsstils genauer heraus, der mit der Notwendigkeit von Prozessen der Interpretation zusammenhängt. Die ISA folgt damit der hermeneutischen und rekonstruktiven Tradition der qualitativen Forschung, die die methodisch kontrollierte Interpretationsarbeit als unhintergehbar betrachtet, um menschliche Selbstverhältnisse nicht lediglich auf der ‚Oberfläche‘ reiner Zusammenfassungen oder Deskriptionen zu analysieren.

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Methodische Perspektiven der Interpretativen Subjektivierungsanalyse

  • Saša Bosančić

摘要

Nach der Ausarbeitung der methodologischen Grundlagen und heuristischen Konzepte der ISA werden in diesem Kapitel mögliche Anschlüsse an die qualitativen Methoden der empirischen Sozialforschung ausgelotet. Mit der Verortung der Arbeit im Interpretativen Paradigma der Soziologie ist zwar prinzipiell ein Anschluss an eine Vielzahl der darin situierten Methoden denkbar, jedoch wird es im Folgenden weder darum gehen, die kaum mehr zu überblickende Vielfalt an methodischen Ansätzen, Gütekriterien, Forschungsstrategien und Vorgehensweisen zu diskutieren, noch darum, einen one-best-way der Subjektivierungsforschung vorzuschlagen. Gerade letzteres hat häufig durch die strikten Vorgaben der Verfahrensschritte eine Überreglementierung zur Folge, was der notwendigen Offenheit des Vorgehens in der qualitativen Sozialforschung entgegensteht und zu einer permanenten Überforderung der Forschenden führen kann, die den komplexen Anforderungen und den hohen Ansprüchen im Hinblick auf die Gütekriterien in der Forschungspraxis kaum gerecht werden können. Daher werden die methodischen Perspektiven in diesem Kapitel lediglich unter zwei Gesichtspunkten diskutiert. Im Abschn. 9.1 wird der Forschungsstil der ISA fokussiert, der „den Zusammenhang zwischen den theoretischen Orientierungen der Forschenden und der praktischen Ausgestaltung des Forschungsprozesses“ (Bührmann/Schneider 2008, 15) darlegt. Abschn. 9.2 arbeitet dann einen wesentlichen Aspekt dieses Forschungsstils genauer heraus, der mit der Notwendigkeit von Prozessen der Interpretation zusammenhängt. Die ISA folgt damit der hermeneutischen und rekonstruktiven Tradition der qualitativen Forschung, die die methodisch kontrollierte Interpretationsarbeit als unhintergehbar betrachtet, um menschliche Selbstverhältnisse nicht lediglich auf der ‚Oberfläche‘ reiner Zusammenfassungen oder Deskriptionen zu analysieren.