Einleitung: Zum Vorschlag der Interpretativen Subjektivierungsanalyse
摘要
Mit dieser zentralen Frage Michel Foucaults ist bereits umrissen, womit sich die Forschungsperspektive der Interpretativen Subjektivierungsanalyse (ISA) beschäftigt: mit der Relation von gesellschaftlichen Wissensordnungen und menschlicher Innerlichkeit, wobei ‚Innerlichkeit‘ hier zunächst verstanden werden kann als ein sozio-historisch situiertes menschliches Selbst- und Weltverhältnis. Diesen „Doppelcharakter der Gesellschaft“ nehmen auch Peter L. Berger und Thomas Luckmann (1999, 20) mit ihrer Konzeption von Gesellschaft als objektive und subjektive Wirklichkeit in den Blick, womit sie sich in die soziologische Tradition von Emile Durkheim und Max Weber einreihen, die die Relationen zwischen diesen beiden Ebenen als zentralen Untersuchungsgegenstand der Soziologie bestimmen. Das hier zu entwickelnde Programm der ISA schließt an diese Tradition an und entwickelt mit einer spezifischen Verknüpfung von sozialtheoretischen, gesellschaftstheoretischen und gegenwartsdiagnostischen Überlegungen eine eigenständige Forschungsperspektive, die die Leerstellen der bisherigen Subjektivierungsforschung im Anschluss an Foucault und Judith Butler füllt.