Die Änderung des Personenstandsgesetzes (PStG) im Jahr 2018 und die Verabschiedung des Selbstbestimmungsgesetzes (SBGG) im Jahr 2024 verdeutlichen nicht zuletzt, welche Bedeutung Geschlecht gesellschaftlich zugeschrieben wird. Geschlecht gilt seit jeher als eine zentrale Differenzkategorie, welche persistent in allen gesellschaftlichen Teilsystemen aktualisiert wird – so auch in der Schule. Auch wenn Geschlecht im Kontext von Schule überaus große Bedeutung erfährt und Geschlechterdifferenzen sowie hierarchische Geschlechterverhältnisse beständig reproduziert werden, ist Schule als staatliche Institution indes gesetzlich dazu verpflichtet, Gleichberechtigung zwischen den Geschlechtern herzustellen und geschlechtsbezogene Benachteiligung abzubauen. Vor dem Hintergrund jener gesetzlichen Verpflichtung vereinbarte die Kultusministerkonferenz (2016, S. 4) die geschlechtersensible Gestaltung aller schulischen Bildungsangebote – so auch des Sportunterrichts. Für eine geschlechtersensible Inszenierung von Sportunterricht bedarf es einer gut ausgebildeten Genderkompetenz von Lehrkräften und insbesondere Einblick in die subjektiven Relevanzsetzungen und geschlechtsbezogenen Deutungen von Schüler*innen. Mit Blick auf den Forschungsstand ist jedoch zu konstatieren, dass der Perspektive von Schüler*innen dahingehend bislang wenig Beachtung geschenkt wurde.

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Einleitung

  • Tanja Hackenbroich

摘要

Die Änderung des Personenstandsgesetzes (PStG) im Jahr 2018 und die Verabschiedung des Selbstbestimmungsgesetzes (SBGG) im Jahr 2024 verdeutlichen nicht zuletzt, welche Bedeutung Geschlecht gesellschaftlich zugeschrieben wird. Geschlecht gilt seit jeher als eine zentrale Differenzkategorie, welche persistent in allen gesellschaftlichen Teilsystemen aktualisiert wird – so auch in der Schule. Auch wenn Geschlecht im Kontext von Schule überaus große Bedeutung erfährt und Geschlechterdifferenzen sowie hierarchische Geschlechterverhältnisse beständig reproduziert werden, ist Schule als staatliche Institution indes gesetzlich dazu verpflichtet, Gleichberechtigung zwischen den Geschlechtern herzustellen und geschlechtsbezogene Benachteiligung abzubauen. Vor dem Hintergrund jener gesetzlichen Verpflichtung vereinbarte die Kultusministerkonferenz (2016, S. 4) die geschlechtersensible Gestaltung aller schulischen Bildungsangebote – so auch des Sportunterrichts. Für eine geschlechtersensible Inszenierung von Sportunterricht bedarf es einer gut ausgebildeten Genderkompetenz von Lehrkräften und insbesondere Einblick in die subjektiven Relevanzsetzungen und geschlechtsbezogenen Deutungen von Schüler*innen. Mit Blick auf den Forschungsstand ist jedoch zu konstatieren, dass der Perspektive von Schüler*innen dahingehend bislang wenig Beachtung geschenkt wurde.